Jetzt auch mit Abschrankung für Fußgänger versehen (links): Deutschlands kürzester Radweg in Schmiden. Foto: Dirk Herrmann

Es gibt Verbesserungen an dem nur 12,5 Meter langen Radweg im Fellbacher Stadtteil Schmiden. Nun sollen Fußgänger die Stelle besser passieren können.

Im vergangenen Frühjahr erwarb sich die Passage überregionale Schlagzeilen als „Deutschlands kürzester Radweg“: Es geht um die Karolingerstraße im Fellbacher Stadtteil Schmiden. Dort hat die Stadt Fellbach Fußgänger und Radler durch einen Grünstreifen getrennt. Die Strecke ist allerdings nach zwölfeinhalb Metern schon wieder aufgehoben.

Ganz optimal ist die Lösung allerdings offenkundig nicht ausgefallen. Die Stadt hat mittlerweile ein wenig nachgebessert, wie kürzlich bei einer Radtour durch den mittleren Fellbacher Stadtteil festgestellt werden konnte. Denn am Fußgängerstreifen ist am südlichen und nördlichen Eingang nun eine Absperrung aufgestellt worden. Fußgänger können sich am schmalen Bereich links oder rechts daran vorbeischlängeln.

Für Radfahrer ist dies allerdings nur sehr schwer möglich, weshalb sie im Prinzip gar nicht anders können, als auf ihrem Streifen zu bleiben. Somit hat die Sicherheit für Schüler, die per pedes unterwegs sind, wie auch für die Anwohner, die hinaustreten wollen, ein sinnvolles Upgrade erfahren.

Radweg ist 12,5 Meter lang

Doch wie kam es eigentlich zu dem kurzen Radweg, der nur 12,5 Meter lang ist und womöglich ein Fall fürs Guinnessbuch der Rekorde ist? Ein Anwohner, der bei der Vorort-Inspektion gerade den Hausmüll in die Tonne leerte, wusste eine Antwort: Das hätten seine Nachbarn angeleiert, weil es oft gefährliche Begegnungen zwischen radelnden Schülern und Kindern, die aus dem Eingang auf den Gehweg wollten, gegeben habe. Deshalb sei der Radweg nach außen verlegt worden.

Starke Frequenz zu Schulzeiten

Die Stadt verweist darauf, dass dieser Abschnitt grundsätzlich in Schulzeiten – als offizieller Schulweg – sehr stark frequentiert ist, etwa auf dem Weg zur nahen Fröbelschule. „Leider wurde die Strecke von Autofahrern aber immer wieder als Abkürzung genutzt“, erläuterte die Fellbacher Mobilitätsbeauftragte Birgit Orner vor einigen Wochen auf Nachfrage. Daher hat die Stadt bereits vor einigen Jahren zur Verengung eine Grünfläche angelegt. Außerdem wurden zusätzliche Baken errichtet, da trotz des Verbots immer wieder motorisierte Roller die Strecke als Abkürzung nutzten und die dort laufenden Schülerinnen und Schüler gefährdeten.

Der Durchlass war in dieser Zeit allerdings lediglich 1,50 Meter breit. Orner: „Dies führte zu Stoßzeiten immer wieder zu Konflikten – zwischen Fußgängern, Radfahrenden, Schülerinnen und Schülern, Motorrad-/Rollerfahrern und Anwohnenden, die für den Zugang zu den Gebäuden keinen gesonderten Gehweg hatten.“ Somit war diese Situation „für alle unbefriedigend und sicherheitstechnisch nicht optimal“.

Die jetzige Umgestaltung habe bewusst einen Teil der Begrünung erhalten, „um eine Entzerrung des Fuß- und Radverkehrs zu ermöglichen“. Der Umbau des Durchlasses „in der Sackgasse Karolingerstraße“ sei im Übrigen nach umfangreicher Abstimmung mit Anwohnenden, der Schule und der Straßenverkehrsbehörde erfolgt.