Im Oktober 2023 stellten die Schnaidrebbler mit viel Pomp ihr neues Kotüm vor. Foto: Eibner-Pressefoto/Sandy Dinkelacker

Die Hausemer Schnaidrebbler Guggen feiern in diesem Jahr ihr 25-jähriges Bestehen. Zu diesem Anlass planen sie am Rosenmontag einen Dämmerungsumzug.

Wo die Hausemer Schnaidrebbler Guggen aufspielen, wird es rockig. Egal ob bei der Fasnet, auf Hochzeiten oder bei runden Geburtstagen: die Guggenmusikgruppe macht fetzige Musik. So drückt es der Vorsitzende des Vereins, Jens Fischer, aus. „Wir spielen das ganze Jahr über“, sagt er. In diesem Jahr feiert die Band ihr 25-jähriges Bestehen.

Während die Hausemer Schnaidrebbler und ihre Maskengruppe in der Fasnetzeit auch bei anderen Narrenzünften zu Gast sind, wollen sie in ihrem Jubiläumsjahr auch in Hildrizhausen den Rosenmontag größer feiern als sonst. Neben der regulären Rosenmontagsparty in der Schönbuchhalle haben sie große Pläne: „In diesem Jahr wollen wir zusätzlich einen Dämmerungsumzug machen“, sagt Fischer.

Am Rosenmontag, 3. März, soll sich der Umzug mit 37 teilnehmenden Gruppen – darunter 1200 Hästräger – von der Dinkelstraße aus in Bewegung setzen. Los geht es um 17.17 Uhr. „Die Zeit haben wir aus verschiedenen Gründen gewählt“, sagt Fischer. „Erstens ist die krumme Uhrzeit närrisch, und zweitens ist das eine gute Zeit, wo viele Leute entweder schon Feierabend haben, oder mal eine Stunde früher gehen können.“ So müsse man nicht den ganzen Tag Urlaub nehmen.

Umzug und Party am Rosenmontag

Von der Dinkelstraße aus führt die Strecke über die Rosnestraße, die Hofäckerstraße und die Tübinger Straße zur Schönbuchhalle. „Wir freuen uns natürlich, wenn uns an den Straßenrändern viele Leute zuschauen“, sagt Fischer. Im Anschluss an den Umzug ist dann eine Feier mit Programm in der Halle und Verpflegung im Zelt geplant.

Seit 2016 ist Jens Fischer Vorsitzender der Drebbler. /Sandy Dinkelacker

Gegründet wurde die Guggenmusikgruppe im Jahr 2000 von Jens Fischers Vater Volker, seiner Frau Andrea und fünf Gleichgesinnten. Am 11. November 2011 hatte die Gruppe auf dem Dorfplatz von Hildrizhausen ihren ersten Auftritt. Unterstützt wurden die Schnaidrebbler dabei von den Langhoorguggis Dachtel und dem Fanfarenzug Altdorf.

Junge Vereinsstruktur

Die Geschichte der sogenannten „Schnaidrebbler“, heißt es in der Historie der Gruppe, geht auf eine Zeit zurück, in der es noch keine Autos gab. Damals hätten die Hausemer im Winter auf dem Weg zum Zug in Holzgerlingen den Schnee auf den Wegen platt getreten. Die Altdorfer hätten stets gewartet, bis die Arbeiter aus Hildrizhausen vorbeigelaufen waren, um in ihren Spuren laufen und Kraft sparen zu können.

Die Band gewann nach ihrer Gründung schnell an Mitgliedern, zuerst über Mund-zu-Mund-Propaganda, dann durch ihren ersten Auftritt. 36 aktive Musiker zählen die Drebbler derzeit – darunter allerdings einige, die in der Babypause sind. Das lässt schon auf die Altersstruktur schließen. „Prinzipiell haben wir Mitglieder von 16 bis 60, aber es sind schon viele Junge dabei, die zwischen 25 und 35 Jahre alt sind“, sagt der 32-jährige Vorsitzende.

Privatstunden vom Vater

Die Guggen spielen verschiedene Arten von Musik – von „Malle-Liedern“ über Schlager wie „Verdammt, ich lieb dich“ bis hin zu etwas kontroversen Liedern wie „Bumsbar“ von Ikke Hüftgold – allerdings nur instrumental. Blechblasinstrumente wie Trompete, Posaune und Sousafon sind bei Guggenmusik prominent vertreten – so auch in Hildrizhausen. Und auch Pauken, Schlagewerkwagen und das „Fröschle“ werden bei den Schnaidrebblern gespielt. Dabei, betont Fischer, sei ihnen die Tradition wichtig. Außerhalb der Fasnet kommen die Musiker aus Hildrizhausen auf zehn bis 15 Auftritte.

In der Schönbuchhalle wird es mit den Drebblern fetzig. /Sandy Dinkelacker

Jens Fischer selbst spielt das Sousafon, seit er von der im Jahr 2003 gegründeten Maskengruppe namens Schtombaschiaßer zur Guggenmusik gewechselt ist. „Das Spielen hab ich von meinem Vater gelernt“, sagt der 32-Jährige. Die erste Privatstunde beim damaligen musikalischen Leiter der Gruppe habe im Büro des Familienbetriebs in Hildrizhausen stattgefunden. Seitdem hat sich viel bei ihm getan. „Ich bin in den Verein reingewachsen, und seit 2016 hab ich ihn“, sagt Jens Fischer.

Kostüme wechseln regelmäßig

Die Drebbler, die stets kostümiert auftreten, waren über die Jahre in vielen verschiedenen Kostümen unterwegs. In der Regel gibt es alle fünf Jahre ein neues Outfit. Im Oktober 2023 hatten die Musiker ihr aktuelles, schwarz-rotes Kostüm vorgestellt, das von einer auf Guggenvereine spezialisierten Schweizer Schneiderin angefertigt wurde.

Kostüme der Hausemer Schnaidrebbler

Guggenmusik
 Die oft schräge, aber immer laute Guggenmusik ist fester Bestandteil der schwäbisch-alemannischen Fasnet. Die Musiker sind dabei kostümiert.

Kostüme
 Wie die meisten Guggenmusiker tragen auch die Hausemer Schnaidrebbler Kostüme. In den 25 Jahren seit ihrer Gründung hat es bisher fünf Kostüme gegeben.

Erstes Kostüm
 Die ersten fünf Jahre spielten die Drebbler mit weißem Kostüm und rot-grün-gelbem Glitzerkragen. Auch der Hosenabschluss war bunt.

Folgende Kostüme
 Im Jahr 2005 folgte ein schwarzes Kostüm mit weißem Kragen und mehrfarbigem Gürtel. Bis 2015 trugen die Musiker dann die Farben Schwarz-Blau mit silbernem Kragen. Einen silbernen Kragen hatte auch das schwarze Kostüm mit hellgrünen Streifen. Aktuell tragen die Drebbler schwarz, rot und silber. Die Kostüme haben Kapuzen.