Weil das Bakterium Pseudomonas aeruginosa im Wasser nachgewiesen wurde, muss das Naturfreibad Hallenbad vorübergehend geschlossen werden – mindestens bis Ende der Woche.
Das Naturfreibad Herrenberg ist an diesem Montag geschlossen worden, nachdem eine Wasserprobe im Labor das Bakterium Pseudomonas aeruginosa nachgewiesen hat. Das teilen die Stadtwerke mit. Als Alternative stehe das Hallenbad zur Verfügung. Nach der Reinigung und erneuten Kontrolle des Beckenwassers wollen die Stadtwerke das Bad wieder zum Baden freigeben.
„Wir bedauern die Schließung für unsere Gäste und setzen alle Hebel in Bewegung, um die Ursache für die Messwerte zu finden und möglichst bald das Bad für Besucher und Besucherinnen öffnen zu können. Da das Wetter uns aktuell ohnehin nicht mit Sommertemperaturen verwöhnt, hoffen wir, dass das Hallenbad eine willkommene Alternative für Alle darstellt und sich die notwendige Schließung so besser verschmerzen lässt“, betont Stadtwerkeleiter Steffen König. „Die Wasserqualität und damit die Sicherheit unserer Badegäste stehen für uns an erster Stelle. Um diese sicherzustellen, werde das Badewasser in unabhängigen Laboren engmaschig kontrolliert, und es komme bereits bei sehr geringen Abweichungen von den strengen Grenzwerten zu einer vorläufigen Beckenschließung, bis der erneute Nachweis einwandfreier Wasserqualität erbracht ist.
System ohne Chlor
Die Wasserreinigung im Naturfreibad funktioniert ohne Chlor mit einem ausgeklügelten System über eine Kombination verschiedener biologischer Filtersysteme außerhalb des Beckens. Deshalb gibt es im Herrenberger Naturfreibad feste Schließzeiten für Revision und Reinigung und im Ernstfall auch immer wieder kurzfristige Beckenschließungen.
„Die heute eingetroffenen Ergebnisse der Wasserproben vom 22.05. haben ergeben, dass die Belastung mit dem Bakterium Pseudomonas aeruginosa an mehreren Stellen den strengen zulässigen Grenzwert überschritten haben“, schreiben die Stadtwerke in einer Pressemitteilung. „ Die Ursache für die Überschreitung ist indes noch nicht bekannt.“ Das Bakterium Pseudomonas aeruginosa kommt in feuchten Milieus vor und vermehrt sich vor allem da, wo wenig Bewegung im Wasser ist.
Wie geht es weiter?
Das Bäderteam der Stadtwerke wird nun den Grund für die Grenzwertüberschreitung ermitteln. Erneute Wasserproben werden am Dienstag, 27. Mai, entnommen. Sobald die Ergebnisse dieser Proben vorliegen, wird über das weitere Vorgehen und eine mögliche Aufhebung der Schließung entschieden. Sollte der Grenzwert des Bakteriums dann nicht mehr überschritten sein, könnte das Naturfreibad Ende der Woche oder Anfang nächster Woche wieder öffnen. Bis dahin ist das Hallenbad für Besucherinnen und Besucher geöffnet.
Herrenberg kennt das Bakterien-Problem nur zu gut. Kaum eine Saison seit der Eröffnung 2015 verlief störungsfrei. Zunächst machte vor allem der Pfützenkeim, Pseudomonas aeruginosa, mächtig Ärger. 2017 wurden die Filter ausgetauscht, und dennoch waren immer wieder die Werte zu hoch. Im Sommer 2023 erlebte das Naturfreibad Herrenberg eine Katastrophensaison mit mehreren Schließphasen – diesmal hauptsächlich wegen des Darmbakteriums Escherichia Coli, das durch die Hinterlassenschaften von Teichhühnern ins Bad getragen worden war. Zur Saison 2024 ergriffen die Stadtwerke verschiedene Maßnahmen und siehe da – der Sommer im vergangenen Jahr verlief störungsfrei. Doch nun tauchen einmal mehr alte Probleme auf.