Die fünf Meistererzählungen des Bandes „Die elfte Stunde“ zeigen Salman Rushdie auf der Höhe seiner Kunst und führen in ein Zwischenreich vor der Mitternacht des Vergessens.
Wie es ist, schon so gut wie tot gewesen zu sein, und wieder ins Leben aufzuwachen, hat Salman Rushdie in seinem letzten Buch beschrieben, dem Memoir „Knife“, worin er die Folgen des an ihm 2022 verübten Mordversuchs verarbeitet. Nun geht es in die andere Richtung. Die mittlere der fünf Erzählungen, die der Band „Die elfte Stunde“ versammelt, beginnt mit folgendem schönen Satz: „Als Ehrenfellow S.M. Arthur in seinem dunklen College-Schlafzimmer aufwachte, war er tot.“ Es dauert eine Weile, bis er diese paradoxe Erfahrung einordnen kann, und sich an seine Existenzform als Gespenst gewöhnt hat.
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