Muss mit zur WM: Deniz Undav (li./neben Bundestrainer Julian Nagelsmann). Foto: IMAGO/Schüler

Bundestrainer Julian Nagelsmann kommt nicht mehr an Deniz Undav vorbei und muss ihn für den DFB-Kader nominieren, findet unser Redakteur Philipp Maisel.

Einen Spieler in seiner Prime, also in seinem besten Karrierefenster zu beobachten, macht große Freude. Man erkennt das nicht nur an den Zahlen, die der besagte Spieler produziert. Nicht ausschließlich an statistischen Fakten wie Startelfquote, Toren und Vorlagen. Sondern an der Art und Weise des Auftritts. Wie der Spieler die sich ihm stellenden Aufgaben löst und ob er auf dem Feld nur an sich denkt, oder ob er mannschaftsdienlich auftritt.

Kommt dann noch Instinkt dazu wie beim Tor zum 1:0 in Kiel im DFB-Pokal-Viertelfinale am Mittwochabend („Stürmerinstinkt. Endlich war ich wieder da!“, feierte Deniz Undav sich selbst im Nachgang des Spiels) dann ist dies das Komplettpaket. Dieses Komplettpaket ist aktuell bei Undav zu beobachten. Der spielt so uneigennützig, gut und effektiv wie wohl noch nie zuvor. Aktuell steht er bei 24 Scorern in 27 Einsätzen in dieser Saison. Es ist jetzt schon seine beste Saison, seitdem er beim VfB Stuttgart spielt.

Genau deswegen muss Julian Nagelsmann ihn für den nächsten Lehrgang nominieren, inklusive Länderspiel gegen Ghana am 30. März in Stuttgart. Undavs Wohnzimmer. Denn schließlich propagiert Nagelsmann ja immer die zwei großen „L“. Leistungsprinzip und Lauf. Die Grundlage für seine Nominierungen, wie der DFB-Trainer schon mehrfach betont hat. In beiden Kategorien ist Undav nicht nur im deutschen Stürmervergleich vorne dabei, sondern ist in ganz Europa top. Seit November hat in den großen Ligen nur Kilian Mbappé einen Scorer mehr erreicht als Undav.

Das sollte für eine Nominierung reichen. „Keine Frage“, sagte auch Sebastian Hoeneß ungewohnt offensiv, „Deniz muss mit zur WM“. Auch wenn er noch ein „im Endeffekt entscheidet das der Julian“ hinterherschob, so wurde doch deutlich, wie der VfB-Trainer in der Sache denkt. Wer will es ihm auch verübeln, schließlich sieht ja jeder Experte, welchen Stürmer er da in seinem Kader hat. Bleibt also nur noch zu konstatieren: Wann greifen Sie denn nun zum Hörer, Herr Nagelsmann?