Die drei Kandidaten für das Amt an der Rutesheimer Verwaltungsspitze: Tobias Pokrop, Bettina Beck, Alexander Fischer (von links). Foto: Simon Granville

Am Sonntag wählen die Rutesheimer eine neue Verwaltungsspitze. Die Kandidaten Bettina Beck, Tobias Pokrop und Alexander Fischer haben durchaus unterschiedliche Charaktere.

Endspurt im Rennen um das Amt an der Verwaltungsspitze in Rutesheim: Eine Kandidatin und zwei Kandidaten haben in den vergangenen Wochen intensiv „Werbung in eigener Sache“ gemacht. Wer die Nachfolge der amtierenden Bürgermeisterin Susanne Widmaier antritt, die aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr für eine zweite Amtszeit zur Wahl steht, entscheiden die Rutesheimerinnen und Rutesheimer an diesem Sonntag, 8. Februar.

Die parteilose Kandidatin Bettina Beck steht für inhaltliche Klarheit und konsequentes Handeln. Anstelle großer Worte lässt sie lieber Taten für sich sprechen. Im persönlichen Gespräch mit unserer Zeitung brachte sie ihre Verbundenheit mit der Stadt selbstbewusst auf den Punkt: „Rutesheim und ich passen zusammen.“ Die 56-Jährige wird in ihrem Wahlkampf offiziell von den beiden stärksten Fraktionen des Gemeinderats – der Bürgerlichen Vereinigung (BWV) und den Unabhängigen Bürgern Rutesheim (UBR) – unterstützt.

Im Falle eines Wahlsieges will die Diplom-Verwaltungswirtin, Betriebswirtin und Diplom-Ökonomin laufende Projekte wie die Ausweitung des Wärmenetzes, die Wohnbauentwicklung und die Umsetzung des Rechtsanspruchs auf Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder aktiv begleiten.

Ihr Motto lautet „Gutes bewahren und weiterentwickeln“. Mit ihrem langjährigen Partner lebt Beck in Böblingen, sie ist in der Region verwurzelt und vernetzt. Seit sieben Jahren leitet sie das Dezernat für Finanzen, Bildung und Gebäudemanagement beim Landkreis Ludwigsburg, hat dort die Verantwortung für 280 Mitarbeitende. In den Jahren zuvor war sie unter anderem bei der Stadt Leonberg Amtsleiterin der Kämmerei.

Wirkungsvolle Auftritte

Tobias Pokrop wiederum versteht es, öffentliche Auftritte wirkungsvoll zu gestalten und Inhalte anschaulich zu vermitteln. Bei der offiziellen Kandidatenvorstellung setzte er bewusst auf symbolische Elemente, um den Kernaussagen seiner Rede Nachdruck zu verleihen. Mit einem Koffer betrat er die Bühne, platzierte ein eigens gestaltetes Schiff auf dem Podium und nahm die Rutesheimer sinnbildlich mit auf eine Reise durch die Kommune, in der er seine zentralen Wahlkampfthemen bündelte: Bildung und Betreuung, Senioren und Soziales, auch Klimaschutz. Der parteilose Kandidat macht sich für bezahlbaren Wohnraum, eine nachhaltige Infrastruktur und das örtliche Gewerbe stark. Die Weiterentwicklung des Bosch-Areals will der 48-Jährige, der offiziell von den beiden Fraktionen CDU und WIR unterstützt wird, zur Chefsache machen.

Großes Interesse bei der Kandidatenvorstellung in der Rutesheimer Bühlhalle. Foto: Simon Granville

Der 48-jährige Familienmensch, Vater von drei Kindern, hat Fachkompetenz aus mehr als 23 Jahren Verwaltungserfahrung. Seit 2012 ist Pokrop, der nach dem Abitur seinen Weg im gehobenen Verwaltungsdienst einschlug, Bürgermeister von Riederich im Landkreis Reutlingen. Dort stieg er zunächst als Kämmerer ein, bevor er zum Verwaltungschef der etwa 4200 Einwohner zählenden Gemeinde gewählt wurde.

Der Quereinsteiger möchte Rutesheim gestalten

Der Quereinsteiger Alexander Fischer, Dritter im Bunde, stellte sich in den beiden öffentlichen Veranstaltungen mit einer gewissen Unbeschwertheit vor. Den Fragen unserer Zeitung wollte er sich im Wahlkampf allerdings nicht stellen. In den vergangenen vier Jahren begleitete der Stuttgart wohnhafte Kandidat bei der Bertrandt AG Projekte für die Porsche AG. Er möchte Rutesheim „nicht nur verwalten, sondern gestalten und anpacken“. Das Ehrenamt stehe ganz oben bei ihm. Bei Wohnbau-, Gewerbe- oder Digitalisierungsprojekten will er eher bremsen.

Wer überzeugt die Wählerinnen und Wähler? Gibt es am Sonntagabend keinen klaren Sieger oder eine Siegerin, kommt es in zwei Wochen zu einer Stichwahl.