Eine pinkfarbene Bank hat vor der Bundestagswahl in Waiblingen zu Gesprächen über Demokratie eingeladen. Jetzt kommt sie wieder ans Licht – ergänzt durch einen Bildband.
Mit einer pinkfarbenen Bank hat das Bündnis für Demokratie, Rechtsstaat und Menschenrechte in Waiblingen (Rems-Murr-Kreis) vor der Bundestagswahl im Februar für die Demokratie geworben. Die Bank wanderte dazu kreuz und quer durch die Stadt, stand beispielsweise auf dem Wochenmarkt und vor der Michaelskirche, aber auch im Puppentheater, einer Fahrradwerkstatt oder auf einer Ziegenweide.
Auf der Bank haben ganz unterschiedliche Menschen Platz genommen und erzählt, wieso sie die Demokratie schätzen und sie schützen wollen. Mehrere Fotografen, darunter auch der Fotograf unserer Zeitung, haben sie dabei abgelichtet. Die Aktion endete mit einer Fotoausstellung, die im Februar dieses Jahres im Kameralamt zu sehen war.
Nun kann man sich die Fotos und die dazugehörigen Statements der Abgebildeten auch in aller Ruhe zu Hause anschauen und durchlesen. Denn das Bündnis hat einen farbigen Bildband herausgegeben, der das aufwendige Projekt und seine Entstehungsgeschichte unter dem Titel „Aufstehen – Hinstehen“ dokumentiert. Die Dokumentation hat das Bündnis nun auch an den Waiblinger Oberbürgermeister Sebastian Wolf und den Ersten Bürgermeister Peter Schäfer übergeben. Beide hatten ebenfalls auf der pinken Bank Platz genommen.
Pinke Bank kommt auf den Weihnachtsmarkt
Das Bündnis wurde im Februar 2024 gegründet, um sich der Bedrohung der Demokratie entgegenzustellen. Neben Einzelpersonen sind auch Organisationen, Vereine, Firmen, Kirchengemeinden sowie Sport- und Kulturvereine der Stadt Waiblingen beigetreten. Angesichts der nächsten Wahl, die im kommenden Jahr ansteht – der Landtagswahl – haben die Engagierten im Bündnis auch ihre Bank wieder ans Licht geholt und geben an verschiedenen Terminen Menschen die Gelegenheit, Platz zu nehmen und über Demokratie zu reden, sich zuzuhören, auszutauschen und inspirieren zu lassen.
An den Samstagen, 17. Januar, 7. und 21. Februar sowie am 7. März, steht das pinke Sitzmöbel von 11 bis 12 Uhr auf dem Waiblinger Wochenmarkt. Zum Internationalen Tag der Menschenrechte am Mittwoch, 10. Dezember, gestaltet das Bündnis gemeinsam mit den „Omas gegen rechts“ ein Programm bei der Waiblinger Hütte. Dort kann man die Dokumentation zum Preis von 18 Euro zwischen 11 und 20.30 Uhr kaufen. Auch die Buchhandlung Taube am Marktplatz hat den Band in ihr Sortiment aufgenommen.
Veranstaltung mit Staatsrätin Barbara Bosch
Wer sich im Bündnis engagieren oder unverbindlich darüber informieren will, kann am Montag, 19. Januar, ab 19.30 Uhr ins Kulturhaus Schwanen in der Winnender Straße 4 kommen. Dort berichten die Arbeitsgruppen und tauschen sich zu aktuellen Themen und Entwicklungen aus.
Am Mittwoch, 28. Januar, hält der frühere Stadthistoriker Hans Schultheiß ab 19 Uhr im Forum Mitte in der Blumenstraße einen Vortrag über „Die Machtübernahme der NSDAP in Waiblingen“. Aus einem biografischen Blickwinkel heraus ergründet der Vortrag Motive und Schicksale von in Waiblingen handelnden Personen im Zeitraum bis 22. Juni 1933. „Er zeigt auch auf, dass das Verharmlosen, das Wegsehen oder das Hoffen auf eine kurze Episode ein böses Erwachen gebracht hat und wie wichtig es ist, aus der Geschichte zu lernen“, heißt es in der Ankündigung.
Am Mittwoch, 4. Februar, ab 19.30 Uhr ist dann Barbara Bosch, die Staatsrätin für Zivilgesellschaft und Bürgerbeteiligung, im Bürgerzentrum Waiblingen zu Gast. Unter dem Titel „Demokratie heißt, sich in die eigenen Belange einzumischen!“ spricht sie über ihre Arbeit, über Entwicklungen und Erfahrungen – und darüber, wie Bürgerinnen und Bürger aktiv in politische Prozesse eingebunden werden können. Der Eintritt ist frei.
