Mithu Sanyal greift in ihrem Roman einen realen Fall auf. Foto: imago/Manfred Segerer

Die Kulturwissenschaftlerin Mithu Sanyal erzählt in ihrem Romandebüt „Identitti“ von einer strauchelnden Professorin und den Fallstricken des Wunsches nach eindeutiger Zugehörigkeit. Näher an die Debattenwirklichkeit unserer Tage kann man nicht gelangen.

Stuttgart - Wie Entzauberungen aussehen könnten, hat die eben schon wieder verrauchte Debatte über den Philosophen Michel Foucault gezeigt. Sie hat sich an der unbewiesenen Behauptung entzündet, der Wegbereiter eines postkolonialen Denkens, das allem zur Befreiung verholfen hat, was sich den Normen einer hegemonialen westlichen Vernunft widersetzt, habe sich nach schlimmster Kolonialherrenart in Tunesien an einheimischen Kindern vergangen. Je mehr über diesen ungeheuerlichen Verdacht ans Licht kam, desto unschärfer wurden die Indizien und desto wahrscheinlicher erschien, dass hier an einem Theoretiker Vergeltung geübt werden sollte, dessen Name für den ganzen Aufruhr steht, der derzeit unter dem Etikett der Identitätspolitik die Gemüter erhitzt.

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