Nur mit Gewalt hat sich ein 32-Jähriger in Sindelfingen beruhigen lassen, nachdem er zuvor auf eine Jugendamtsmitarbeiterin losgegangen war. Foto: dpa/Oliver Berg

Eine Jugendamtsmitarbeiterin will in Sindelfingen einen Klienten besuchen. Noch bevor sie am Wohnort des Mannes ankommt, geht dieser auf offener Straße sie los. Offenbar befindet er sich in einer psychischen Ausnahmesituation. Wie extrem der Nervenzusammenbruch ist, bekommt auch die Polizei zu spüren.

Sindelfingen - Ein 32 Jahre alter Mann griff am Donnerstagnachmittag in Sindelfingen (Kreis Böblingen) eine Mitarbeiterin des Jugendamts an. Wie die Polizei berichtet, befand der Mann sich vermutlich in einem psychischen Ausnahmezustand.

Gegen 14.15 Uhr wollte die Mitarbeiterin einen Termin mit dem Mann an seinem Wohnort wahrnehmen, als dieser sie in seinem Wahn noch auf der Straße im Sindelfinger Osten angriff und rücklings auf die Motorhaube eines Autos drückte. Ein Zeuge kam ihr zur Hilfe, woraufhin der Mann von der Jugendamtsmitarbeiterin abließ. Die Frau erlitt leichte Verletzungen. Nach Zeugenangaben habe der Mann den Eindruck gemacht, als sei er völlig von Sinnen.

Schlüsselbund als Schlagwaffe benutzt

Die Polizei wurde anschließend alarmiert und rückte mit mehreren Streifenwagenbesatzungen aus. Den Beamten war schnell klar, dass sich der Mann offensichtlich in einer psychischen Ausnahmesituation befand und vermutlich auch alkoholisiert war. Als er flüchten wollte, hielten ihn die Polizisten fest. Der Mann ließ sich jedoch nicht beruhigen. Stattdessen formte er mit den Schlüsseln eines Schlüsselbunds und seinen Fingern eine Schlagwaffe. Hierauf wollten die Polizisten ihm Handschließen anlegen. Doch er sperrte sich und trat um sich. Der 32-Jährige versuchte daraufhin, die Polizisten mit dem Schlagwerkzeug zu schlagen und bespuckte sie.

Die Polizeibeamten griffen daraufhin zum Schlagstock. Schließlich gelang es ihnen, dem Mann den Schlüsselbund abzunehmen, ihn zu Boden zu bringen und ihm die Handschließen anzulegen.

Auf dem Weg zum Streifenwagen rastet der Mann erneut aus

Nachdem er sich beruhigt hatte, wollten die Beamten ihn zum Streifenwagen bringen. Auf dem Weg dorthin geriet er laut Polizeibericht erneut außer Rand und Band und musste deshalb erneut zu Boden gebracht werden.

Am Ende gelang es den Polizisten jedoch, den Mann in eine psychiatrische Einrichtung zu bringen. Der 32-Jährige sowie zwei Polizeibeamte wurden bei dem Einsatz leicht verletzt. Der Mann muss nun mit einer Anzeige wegen Körperverletzung und Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte rechnen.

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