Neben den Wänden fürs Bouldern bietet das Rox eine Wand für das Top-Rope-Klettern, an warmen Tagen aus außen am Gebäude. Foto: Stefanie Schlecht

Im Kletterzentrum Rox bei Herrenberg kommen Anfänger und Fortgeschrittene auf ihre Kosten: Entweder auf den 530 Quadratmetern Boulderfläche oder beim Seilklettern bis zu 14 Metern Höhe. So kann sich die ganze Familie an den Wänden austoben.

War das Klettern bis vor einigen Jahren eher was für ambitionierte Sportler mit Vorerfahrung, wird mit dem Bouldern eine Unterart immer beliebter. Dabei wird kein Seil benötigt, da man nicht allzu hoch und vor allem über gepolstertem Untergrund unterwegs ist. So können auch Kinder ab ungefähr fünf Jahren ihre ersten Höhenmeter erklimmen. Es gibt auch im Kreis Böblingen immer mehr Möglichkeiten, diesen Trendsport einmal auszuprobieren – besonders gut geht das im Kletterzentrum Rox in Herrenberg-Gültstein, das bald fünften Geburtstag feiert.

Was bietet das Rox? In der Ohmstraße im Herrenberger Stadtteil Gültstein stehen neben einer 14-Meter-Wand auch viele Boulderflächen zur Verfügung. Für Top-Rope-Kletterer gibt es innen 300 Quadratmeter Seilkletterfläche mit unterschiedlichen Routen und Schwierigkeitsgraden. Wer lieber ohne Seil an die Wand gehen will, findet gleich nebenan auf zwei Etagen ausreichend Boulderflächen.

Was verbirgt sich hinter dem Sport? „Boulder“ ist englisch und bedeutet Felsblock. Geprägt wurde die Sportart von französische Kletterern, die in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts nicht bis in die Alpen fahren wollten, um zu trainieren. So wählten sie Felsblöcke in der Nähe von Paris. Richtig populär wurde der Sport in Deutschland erst in den vergangenen 20 Jahren.

Was sind die Höhepunkte? Das Rox lege viel Wert auf eine familiäre Atmosphäre, sagt der sportliche Leiter Diemo Hlawinka. „Da stecken wir viel Herzblut rein“, sagt der 33-jährige Sportwissenschaftler, der auch im Deutschen Alpenverein aktiv ist. In bis zu 4,30 Meter Höhe könne sich jeder einmal ausprobieren, auch Familien seien häufige Gäste. Wenn Papa oder Mama sich an einer Route versuchen, können es die Kleinen ihnen über dem gepolsterten Untergrund gefahrlos gleichtun. „Bei uns hängen derzeit über 160 Boulder an der Wand, immer wieder schrauben wir aber neue Routen“, sagt Hlawinka. Mit Boulder sind die farblich gekennzeichneten Routen gemeint.

Wie kommt man hin? Am besten mit dem Auto über die A 81 Richtung Singen anfahren. Dann die Ausfahrt Herrenberg nehmen, nicht weit nach der Abzweigung Richtung Zentrum geht es links in den Ortsteil Gültstein und von dort wieder die erste links in die Ohmstraße. Das Rox ist durch seine markante Architektur kaum zu übersehen.

Und wenn der kleine Hunger kommt? In der Halle gibt es ein kleines Bistro mit vielen Kaffeespezialitäten, Kuchen und Snacks. Im Sommer hat ein kleiner Biergarten geöffnet. Wer mehr Appetit hat, findet nebenan die Filiale einer großen Fast-Food-Kette.

Was kostet der Eintritt? Erwachsene zahlen im Rox für eine Tageskarte zwölf Euro Eintritt, Kinder und Jugendliche bis 14 Jahren neun Euro. Außerdem gibt es eine Familienkarte für 32 Euro, mit der zwei Eltern und alle ihre Kinder Eintritt erhalten. Für Wiederholungstäter bietet sich eine 11er-Karte (120 oder ermäßigt 90 Euro) oder eventuell sogar eine Jahreskarte (540 oder ermäßigt 380 Euro) an. Außerdem gibt es Schuhe, Gurte und Ausrüstung für wenig Geld zum Ausleihen.

Wie sind die Öffnungszeiten? Das Rox hat am Wochenende von 10 bis 21 Uhr geöffnet. Montags und dienstags von 13 bis 23 Uhr, mittwochs und freitags von 9.30 bis 23 Uhr und donnerstags von 8 bis 23 Uhr.

Wo kann man in der Region noch Bouldern oder Klettern? In Böblingen hat um die gleiche Zeit die Kletterhalle Roccadion im Silberweg unterhalb des SVB-Paladion eröffnet. Mit 2800 Quadratmetern Wandfläche ist sie sogar noch mal etwas größer als die Halle in Herrenberg. Neben dem Seilklettern mit immer wieder zu Wochenbeginn neu geschraubten Routen steht ebenfalls viel Platz zum Bouldern zur Verfügung sowie ein abgetrennter Kinderbereich. Auch gastronomisch ist etwas geboten: Kaffe, Snacks, Pizza oder Pide vertreiben den Hunger bei Bedarf. Hin kommt man auch mit der S-Bahn: Von der S1-Station Goldberg sind es nur wenige Meter zu Fuß. Eine der ersten Kletterhallen war das Pink Power in Böblingen, in dem aber nur Seilklettern und kein Bouldern angeboten wird. Dafür gibt es Angebote zum Schnuppern und außerdem auch einen Gastronomie- und Saunabereich. Das Pink Power liegt an der Tübinger Straße in Böblingen und ist mit dem Auto zu erreichen oder mit S- und Schönbuchbahn (Haltestelle Südbahnhof).