Foto: Birkle

Internationale Wochen gegen Rassismus am KSBB

Im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus, die bundesweit vom 17. bis 28. März 2025 stattfanden, beteiligte sich das Kaufmännische Schulzentrum Böblingen mit einem umfangreichen Programm. Die Schule ist Teil des Netzwerks „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“. Schulen werden dazu aufgerufen, sich aktiv und nachhaltig gegen Diskriminierung, insbesondere gegen Rassismus, einzusetzen. Im Mittelpunkt steht dabei das kontinuierliche Engagement der Schulgemeinschaft für ein respektvolles Miteinander.

In zahlreichen Formaten setzten sich die Schülerinnen und Schüler mit den Themen Rassismus, Menschenwürde und gesellschaftlicher Teilhabe auseinander. Das Programm umfasste Workshops, kulturelle Beiträge, Diskussionen sowie kreative Projekte.

Ein Schwerpunkt lag auf der politischen Bildung. So nahmen die Berufsschulklassen des ersten Ausbildungsjahres an den DGB-Demokratietagen teil. Thematisiert wurden unter anderem Handlungsmöglichkeiten für mehr gesellschaftliche Teilhabe der Auszubildenden. Im Rahmen einer Fortbildung für Lehrkräfte zum Thema „Antidiskriminierung – Provokation oder Rassismus?“ wurden zudem didaktische Zugänge zur Auseinandersetzung mit diskriminierenden Strukturen erarbeitet. Workshops im Haus der Geschichte in Stuttgart ermöglichten Klassen des Wirtschaftsgymnasiums vertiefte Einblicke in unterschiedliche Formen von Ausgrenzung. Behandelt wurden dabei unter anderem Flucht, Migration, Alltagsrassismus und Antisemitismus.

Ein kreatives Zeichen setzten Schülerinnen und Schüler aus den Berufskollegs und VABO-Klassen im Rahmen des Kunstprojekts „Vielfalt feiern“. Sie gestalteten Werke zum diesjährigen Motto der Aktionswochen „Menschenwürde schützen“.

Persönliche Perspektiven wurden im Storytelling-Format „Spannende Lebensgeschichten aus dem Kollegium“ sichtbar. Lehrkräfte mit eigenen Migrationsbiografien oder besonderen internationalen Erfahrungen berichteten von ihren Lebenswegen.

Ein besonderes Forum des Austauschs bot die schulische Podiumsdiskussion. Moderiert durch Micha Neitzel (J1-5) diskutierten lokale Politikerinnen und Politiker der SPD, CDU, AfD und Bündnis 90/Die Grünen über Rassismus in Alltag und Gesellschaft. Die Diskussion war geprägt von einem konstruktiven Grundton. Unterschiedliche Sichtweisen trafen aufeinander – in der Einschätzung des Problems herrschte jedoch weitgehende Einigkeit. Zentral war der Appell, Bildung stärker zu fördern. Auch der Wunsch nach einer besseren Repräsentation gesellschaftlicher Vielfalt wurde geäußert – wobei die Meinungen über deren Umsetzung auseinander gingen. Beiträge aus der Schülerschaft thematisierten insbesondere die Notwendigkeit besser ausgestatteter Bildungsangebote zur Demokratiebildung. Die Rolle der Medien wurde ebenfalls kritisch beleuchtet, etwa hinsichtlich selektiver Berichterstattung und verzerrter öffentlicher Wahrnehmung. Persönliche Anekdoten, unter anderem zu Erfahrungen mit Namen und Herkunft im Ausland, ergänzten die Diskussion um alltagsnahe Perspektiven.

Integriert in die internationalen Wochen war der Schüleraustausch mit der spanischen Partnerschule des KSBB. Neben Unterrichtsbesuchen und Stadtführungen standen interkulturelle Workshops auf dem Programm, die die Teilnehmenden zur Reflexion über kulturelle Prägung und gesellschaftliche Normen anregten. Ein Programmhöhepunkt war das Projekt „Rebels of Hope“, in dessen Rahmen deutsche und spanische Schülerinnen und Schüler gemeinsam künstlerische Ausdrucksformen entwickelten. Unter dem Thema „Hoffnung in unsicheren Zeiten“ gestalteten die Schülerinnen und Schüler Plakate, Taschen und Postkarten.

Die Internationalen Wochen gegen Rassismus am Kaufmännischen Schulzentrum Böblingen zeigten, wie wichtig schulisches Engagement für eine diskriminierungsfreie Gesellschaft ist. Das vielfältige Mitwirken der Schülerinnen und Schüler verdeutlichte ihre aktive Auseinandersetzung mit den Themen der Aktionswochen.

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