Bei dem Brand musste auch eine Drehleiter eingesetzt werden. Foto: Feuerwehr Fellbach

Stundenlanger Großeinsatz der Feuerwehr im Fellbacher Stadtteil Schmiden. Für die Bevölkerung habe zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr bestanden, versichert die Feuerwehr.

Ein stundenlanger Einsatz der Feuerwehr hat am Montagnachmittag in Fellbach (Rems-Murr-Kreis) und speziell im Stadtteil Schmiden für großes Aufsehen gesorgt. Nach Angaben des für den Rems-Murr-Kreis zuständigen Polizeipräsidiums Aalen kam es gegen 14.50 Uhr aus bislang ungeklärter Ursache zu einem Brand einer Biogasanlage in der Neustädter Straße.

„Nach ersten Erkenntnissen kam es im Rahmen von Wartungsarbeiten zum Wechsel der Rührwerke im Bereich einer Sicherheitsfackel zu einer Verpuffung und anschließend zum Brand“, berichtet ein Polizeisprecher. Die Löscharbeiten der Feuerwehr erstreckten sich auf beide Becken der Anlage.

Ursache für Verpuffung unbekannt

Sowohl die konkrete Ursache für die Verpuffung als auch die Schadenshöhe sind derzeit noch nicht bekannt. Verletzt wurde niemand. Aufgrund des austretenden Gases wurde der Bereich nördlich der Biogasanlage für die Dauer der Brandbekämpfung polizeilich abgesperrt.

Gegen 19.45 Uhr war der Brand durch die Feuerwehr gelöscht. Die Feuerwehren aus Fellbach, Schmiden, Oeffingen, Backnang und Stuttgart waren mit 14 Fahrzeugen, zwei Spezialfahrzeugen (Sachgebiet Chemie) und 65 Wehrleuten im Einsatz. „Die polizeilichen Ermittlungen dauern an“, sagte der Sprecher.

Die Feuerwehr war stundenlang mit der Brandbekämpfung beschäftigt. Foto: Feuerwehr Fellbach

Wie Alexander Ernst, Sprecher der Feuerwehr Fellbach, ergänzt, wurde die Wehr zunächst gegen 14.30 Uhr zu einem Fehlalarm einer Brandmeldeanlage in der Fellbacher Schaflandstrasse gerufen. Kurz danach wurde dann der Brand der Biogasanlage in Schmiden gemeldet.

Beim Eintreffen der Feuerwehr waren starke Rauchentwicklung und Flammen aus dem Fermenter zu sehen. Ernst: „Der Brand war durch den Einsatz von zahlreichen Strahlrohren in weniger als 15 Minuten gelöscht.“ Danach bestand die Aufgabe, die Lage in den Fermentern zu stabilisieren, da sich unterhalb der Abdeckplane an den Seiten hoch brennbares und gefährliches Schwefelgas gesammelt hatte. „Es bestand die Gefahr dass dieses Gas sich unter Sauerstoffzufuhr sofort mit großer Hitze entzündet und freigesetzt wird.“

Daher wurde mittels zweier Drehleitern und vieler Einsatztrupps, die wegen der möglichen Gefahr durch giftige Brand- und Schwefelgase mit schwerem Atemschutz an den Brandherd vorrückten, bekämpft. Der Wasserverbrauch war dabei sehr hoch und die Wasserversorgung in diesem Gebiet durch nur einen Hydranten nicht ausreichend.

Deshalb haben zwei Landwirte auf Anhängern Wasserfässer an die Einsatzstelle gebracht. Das größte davon hatte nach Ernsts Angaben ein Volumen von 14 000 Litern und wurde über Löschfahrzeuge gefüllt, die im Pendelverkehr und über lange Schlauchleitungen vom Nachbarteilort Oeffingen das Wasser heranschafften.

Drohne liefert Livebilder

Um Gefahr für die Bevölkerung auszuschließen beziehungsweise zu beurteilen, war der Messwagen der Feuerwehr Backnang vor Ort sowie der Chemiefachberater des Landkreises Ludwigsburg. Ernst: „Auch aufgrund der günstigen Windrichtung bestand für die Bevölkerung zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr.“ Zur besseren Beurteilung der Lage forderte die Fellbacher Einsatzleitung von der Feuerwehr Stuttgart-Sommerrain die Drohnengruppe an, die Livebilder des Einsatzgeschehens auf die Bildschirme außerhalb übertragen konnte.

Am Ende konnte das Gas entweichen

Im Einsatz waren die Feuerwehren Fellbach mit den Abteilungen Fellbach, Oeffingen und Schmiden, Waiblingen, Backnang und Stuttgart mit insgesamt 17 Fahrzeugen, sowie Rettungsdienst und DRK Fellbach. Insgesamt waren 75 Einsatzkräfte der Feuerwehr vor Ort.

Gegen 18 Uhr war der erste Versuch, die Abdeckung der Fermenter zu öffnen und damit das Gas entweichen zu lassen, erfolgreich. Gegen 19 Uhr konnte von der Feuerwehr dann die Lage an der Einsatzstelle als weiterhin stabil bezeichnet werden.