Die Erziehungspartnerschaft stärken – das gibt Baden-Württembergs scheidender Regierungschef der Politik für die nächste Wahlperiode als Aufgabe mit auf den Weg.
In seiner fast fünfzehnjährigen Amtszeit hat Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat schon viele bildungspolitische Ziele verfolgt und einige wichtige auch spektakulär verfehlt. Ein Beispiel dafür ist die erklärte Absicht, siebzig Prozent der baden-württembergischen Grundschulen in Ganztagsschulen zu verwandeln. Davon hat sich der grüne Regierungschef, wie er immer wieder erklärt hat, deutlich mehr Chancengerechtigkeit für sozial benachteiligte Schüler versprochen als es mit der tradierten Halbtagsschule möglich ist. Doch der Siegeszug der Ganztagsgrundschulen im Südwesten ist aus geblieben: die Eltern im Land haben sich von dem Angebot nicht überzeugen lassen. Laut Kultusministerium gibt es aktuell 483 Ganztagsgrundschulen im Südwesten – das sind nur rund zwanzig Prozent. Nicht gelungen ist, um ein weiteres Beispiel zu nennen, mit der Einführung der Gemeinschaftsschule im Land in der Fläche des Landes einen weiteren direkten Zugangsweg zum Abitur zu schaffen. Mittlerweile gibt es zwar 300 Gemeinschaftsschulen in Baden-Württemberg, eine eigene Oberstufe haben aber lediglich etwa ein Dutzend. Die Zahl der Schüler, die auf diesem Wege tatsächlich die Reifeprüfung abgelegt hat, ist über die Jahre hinweg überschaubar geblieben.
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