Nach dem Pferdemarkt: Kehraus auf dem Leonberger Marktplatz Foto: Simon Granville

Stadt und Polizei ziehen ein positives Resümee des großen Festes: Die Straßen waren schnell wieder frei nach dem Umzug. Es gab aber kleinere Ausschreitungen.

Nach seiner Spezialbehandlung im Gesicht durch die Narrenzunft Beerlesklopfer griff Tobias Degode auf dem Marktplatz zum Kosmetiktuch, um sich die schwarz-grüne Schminke, mit der die Narren den Oberbürgermeister verziert hatten, zu entfernen. „Ich bin ja kein Grüner“, sagte der wieder erbleichte Rathauschef grinsend, um sodann mit den Gästen aus den Partnerstädten in Richtung Stadthalle zu ziehen.

Der Pferdemarkt-Umzug war am Dienstag bei bestem Wetter zu Ende gegangen, nun schlängelten sich Wagen anderer Art durch die Altstadtgassen zum großen Abschminken: Die Frauen und Männer des städtischen Bauhofs sorgten auf Kehrmaschinen und im Zu-Fuß-Einsatz dafür, dass die Straßen schnell wieder sauber und befahrbar waren.

Die Straßen in Leonberg sind nach dem Umzug schnell frei

„Uns war daran gelegen, zeitnah die Sperrungen wieder aufzuheben, damit der Verkehr rollen kann“, resümiert die städtische Pressesprecherin am Tag nach den tollen Tagen. „Vor allem die Pferde und die Schausteller sollten zügig ungehindert aus der Stadt herauskönnen.“ All dies habe am späten Dienstagnachmittag reibungslos geklappt.

Städtische Kehrmaschinen im Pferdemarkt-Einsatz in der Altstadt Foto: Simon Granville

Und nicht nur das. Insgesamt habe die Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr, Polizei, dem städtischen Ordnungsdienst, der Verkehrsbehörde, dem Bevölkerungsschutz und dem Roten Kreuz sehr gut funktioniert. Von 8 Uhr an am Dienstagmorgen wurden alle Blaulicht-Einsätze vom Lagezentrum in der Feuerwache koordiniert. Ernsthaften Ärger gab es nicht. „Einige Autos mussten abgeschleppt werden,“, berichtet Leila Fendrich. „Und einige Leute kamen aus der Innenstadt nicht mehr raus oder nicht mehr rein. Aber das war überschaubar.“

Ähnlich positiv fällt das Fazit der Polizei nach dem Pferdemarkt aus: „Für eine so große Veranstaltung war es insgesamt relativ friedlich“, bilanziert die Polizeisprecherin Yvonne Schächtele. Immerhin waren am Dienstag nach Angaben der Stadt rund 23 000 Menschen während des Umzugs und danach unterwegs.

Ein seltenes Bild: Die Eltinger Straße gehört den Fußgängern. Foto: Simon Granville

Ein paar Zwischenfälle hat es freilich gegeben. Siebenmal mussten Polizisten allzu aggressive Feierfreudige des Platzes verweisen. Einer wurde mit einem Messer erwischt, obwohl in der gesamten Stadt ein totales Waffenverbot gegolten hat. Und dass Beamte bespuckt und beleidigt werden, gehört heutzutage leider zum traurigen Alltag dazu. Ein Mann hat den Ordnungshütern zudem den Hitlergruß gezeigt.

Polizei: „Je später der Abend, desto schwieriger die Gäste“

In einer Bar in der Schlossstraße wollte ein Randalierer partout nicht das Lokal verlassen. Die herbeigerufenen Beamten mussten ihn regelrecht herausschieben. Eher rustikal ging es am späteren Dienstagabend auch in der Bar in der Hauptfeuerwache zu, in der den ganzen Tag über Party angesagt war. Nicht ohne Grund zeigte dort die Polizei eine kontinuierliche Präsenz.

Trotzdem gab es gegen 21.30 Uhr eine kleinere Schlägerei, einer der Beteiligten wurde wegen Körperverletzung in Gewahrsam genommen. Kurz vor Mitternacht mussten die Beamten erneut eingreifen, als ein offensichtlich Volltrunkener wie leblos am Boden lag. Beim Versuch, ihn aufzurichten, wurde er aggressiv, schrie die Polizisten an und schlug nach ihnen. Der Wüterich wurde zur Beruhigung in Handschellen ins Revier gebracht.

„Je später der Abend, desto schwieriger die Gäste“, kommentiert die Polizeisprecherin die Geschehnisse. „Aber unter dem Strich verlief alles in nahezu geordneten Bahnen.“