Am Berkenschulzentrum in Holzgerlingen herrscht Platznot. Ein neues Stockwerk auf einem bestehenden Gebäude sollte das Problem entspannen. Doch die Statik funkt dazwischen.
Ende September wurde das Vorhaben noch einstimmig vom Holzgerlinger Gemeinderat durchgewunken, nun ist es schon wieder passé: Das zusätzliche Stockwerk, das auf dem an die Stadthalle angrenzenden Querbau der Grund- und Werkrealschule aufgebaut werden sollte, wird nicht kommen.
Eine leichte Holzbau-Konstruktion mit Fotovoltaik auf dem Dach sollte es werden, mit drei zusätzlichen Klassenzimmern, einem Stillarbeitsraum, einem Gruppenraum, einem Abstellraum und Sanitäranlagen – all das ohne die Versiegelung von zusätzlichen Flächen. Eine Idee, die im Holzgerlinger Gemeinderat vor rund einem halben Jahr überaus positiv aufgenommen wurde. Schließlich ist der Platzbedarf am Berkenschulzentrum groß. Und die sukzessive Sanierung läuft bereits seit 2023 auf Hochtouren. In diesem Zuge sollte der Querbau, der an die Stadthalle grenzt, für rund 1,2 Millionen Euro ein zusätzliches Stockwerk bekommen. Brandschutzrechtlich und statisch sprach zum damaligen Zeitpunkt wohl nichts dagegen.
Inzwischen hat sich das jedoch geändert: Das zusätzliche Stockwerk kann nicht gebaut werden, wie Bürgermeister Ioannis Delakos (parteilos) jüngst verkünden musste. Grund ist – nun doch – die Statik. „Als die Idee für eine Aufstockung des Querbaus aufkam, hat man einzig die Baugesuchsunterlagen aus dem Jahr 1952 vorliegen gehabt“, erläutert Holzgerlingens Pressesprecher Dirk Hamann auf Nachfrage unserer Redaktion. Die genaue Prüfung des Gebäudes habe dagegen erst nach dem Gemeinderatsbeschluss im Herbst stattfinden können, um den Schulbetrieb nicht durch die Untersuchungen zu stören. „Dabei haben wir festgestellt, dass viel weniger Fundament vorhanden ist als in den Bauunterlagen eingetragen“, zitiert er Stadtbaumeister Robert Nitsche.
Es bleibt also bei den ursprünglichen Plänen, das Gebäude lediglich zu sanieren. Das Gute daran: Die Sanierung wird ohne die Aufstockung schneller vonstatten gehen und soll bereits im März 2026 fertig sein.
Wie aber möchte die Stadt das Platzproblem lösen, das Initialzündung für das geplante neue Stockwerk war? „Es gibt Alternativen, über die demnächst im Gemeinderat beraten werden soll“, sagt Bauamtsleiter Florian Neukirch knapp.