Scheuer Zeitgenosse: Ein Kiebitz stakst über eine feuchte Wiesenfläche nahe der Rohrauer Krebsbachaue. Foto: Stefanie Schlecht/ 

Seit einigen Jahren siedelt sich der Kiebitz wieder im Kreis Böblingen an. Jetzt vermeldet auch Holzgerlingen einen Erfolg – und will dranbleiben.

Seit vielen Jahren gibt es Bemühungen, im Kreis Böblingen Kiebitze anzusiedeln. Insbesondere an der Rohrauer Krebsbachaue fand die gefährdete Vogelart immer wieder Gefallen, seit 2011 brüten dort regelmäßig Kiebitze. Im Jahr 2020 waren es sogar einmal 23 Brutpaare. Zudem haben sich die Vögel im Nufringer Ried angesiedelt.

Auch im Maurener Tal bei Holzgerlingen gab es zuletzt kleine Erfolge. „Im vergangenen Jahr hat sich dort ein Kiebitz-Paar niedergelassen und gebrütet“, freut sich Bürgermeister Ioannis Delakos. Daher hat die Stadt Holzgerlingen Mitte Februar das Kiebitz-Habitat dort wieder eingerichtet. In dem eingezäunten Bereich im Maurener Tal sollen die Vögel in Ruhe brüten können.

Die Stadt bittet, Abstand zu den scheuen Vögeln zu halten

Kiebitze sind eine stark gefährdete Vogelart. Sie gehören zur Familie der Regenpfeifer und sind daher Bodenbrüter, die am liebsten in feuchten Wiesen und Mooren leben. Da der für sie ideale Lebensraum aber nach und nach schwindet, sind sie auch auf Feldern und Weiden anzutreffen.

Da der Kiebitz ein sehr scheuer und schreckhafter Vogel ist, bittet die Stadt Holzgerlingen darum, nicht an den eingezäunten Bereich heranzutreten, sondern ausreichend Abstand zum Habitat zu halten und den Feldweg zu meiden. Auch sollten Hundebesitzer darauf achten, dass ihre Hunde dem Habitat nicht zu nahe kommen.

Damit sich der Kiebitz im Maurener Tal noch wohler fühlt, hat die Stadt Holzgerlingen zudem einen Graben anlegen lassen, der ins Kiebitz-Habitat führt. So soll dafür gesorgt sein, dass der Bereich auch bei Trockenheit feucht bleibt.