Der neue Kindergarten soll im Gebiet „Unterm Wäldle“ gebaut werden. Foto: : Andrea Mohr-Bettinger

Mit dem Bebauungsplanbeschluss „Unterm Wäldle“ geht der neue Dachteler Kindergarten auf die Zielgerade. Anwohner hatten sich unter anderem wegen eventuellen Lärms besorgt gezeigt.

Mit nur einer Gegenstimme und drei Enthaltungen hat der Aidlinger Gemeinderat am Montagabend die Planunterlagen mit eingearbeiteten Stellungnahmen von Behörden und Bürgern zur Kenntnis genommen und den Bebauungsplan „Unterm Wäldle“ in Dachtel beschlossen. Neben Wohnbebauung geht es dabei vor allem um den neuen, von so manchem Anlieger kritisch gesehenen Kindergarten.

In mittlerweile drei Runden waren Behörden und sonstige Träger öffentlicher Belange sowie die Bürgerinnen und Bürger am Verfahren beteiligt worden. In der letzten, vom 9. Dezember bis 24. Januar andauernden Beteiligungsrunde, waren insgesamt 18 Stellungnahmen, darunter sechs von betroffenen Anwohnern, eingegangen. Deren Tenor war wie in den Runden zuvor der gleiche: Es ging um das Thema Lärm, nicht nur den des neuen Kindergartens, sondern auch den der bereits bestehenden Sportanlagen, die Verkehrs- und Parksituation sowie ganz generell die Kosten und den Bedarf an einem neuen Kindergarten. Ein Fakt, der für Verwaltung und Gemeinderat jedoch im Zuge der schon 2020 in Angriff genommenen, strategischen Kindergartenplanung für die Gesamtgemeinde völlig unstrittig ist. Gerade der Kindergarten im Ortsteil Dachtel habe nicht nur wie alle anderen Kinderbetreuungseinrichtungen der Gemeinde Wartelisten bei den Krippengruppen, sondern dringenden Sanierungsbedarf und eine unbefriedigende Containerlösung im Krippenbereich, deren Genehmigung nach mehreren Verlängerungen Ende 2026 endgültig auslaufe.

Der Gemeinderat entschied sich daher für einen Neubau am Standort „Unterm Wäldle“, da dies einen Kostenvorteil durch die Veräußerung des aktuellen Kindergartengrundstückes mit sich bringt und der bestehende Kindergarten darüber hinaus noch als Übergangslösung bis zur Fertigstellung des neuen genutzt werden kann.

Experten gehen von täglich maximal 700 Autos aus

„Lärm von Kindern ist zu dulden“, führten die Planer einen Gesetzestext zu den Kritikpunkten der Anwohner auf. Beim Verkehr haben mehrere Zählungen stattgefunden, Fragebögen sind an 60 betroffene Familien von Dachteler Kindergartenkindern verteilt worden, von denen kamen rund zwei Drittel ausgefüllt zurück. Die Ergebnisse sind eindeutig: der Verkehr bewegt sich auf niedrigem Niveau. Selbst in Spitzenzeiten, wenn die Anwohner zur Arbeit fahren und Eltern ihre Kinder gleichzeitig in den Kindergarten bringen, gehen die Fachleute von maximal zwei Fahrzeugen pro Minute aus, über den ganzen Tag verteilt sind das weniger als 700. Zum Vergleich: Auf der Durchgangsstraße des Aidlinger Ortsteils Deufringen sind es gut zehnmal so viele. Mögliche verkehrsberuhigte Zonen und Regelungen auf der Verbindungsstraße nach Deufringen kommen auf die Agenda der nächsten Verkehrsschau im Juni.

„Es wurde viel Hirnschmalz, Zeit und Geld investiert“, fasste Bürgermeisterin Helena Österle (CDU) die vergangenen gut zwei Jahre seit dem Aufstellungsbeschluss im Dezember 2022 zusammen. Mit dem Gemeinderatsbeschluss vom Montag soll nun zeitnah die Realisierung des Dachteler Kindergartens in Angriff genommen werden.