Dicht an dicht stehen Autos in Bremerhaven, einem großen Umschlagplatz für deutsche Exportwaren. Foto: Lars Penning/dpa

Zum ersten Mal seit zwei Jahren sind die deutschen Ausfuhren gewachsen. Das ist erfreulich, aber nicht mehr, kommentiert Rainer Pörtner.

Die Unsicherheit war riesig, als Donald Trump im vorigen April seinen Zoll-Hammer schwang. Würde der US-Präsident dem globalen Handel einen so schweren Schlag verpassen, dass der sich lange nicht davon erholt? Vieles sprach für ein Ja. Inzwischen zeigt sich, dass die Effekte wesentlich schwächer ausfielen als von vielen befürchtet.

Die Weltwirtschaft erweist sich als robust. Das liegt auch daran, dass Trumps Zölle am Ende nicht so hoch ausfallen wie angekündigt. Zudem sind die US-Handelspartner erstaunlich flexibel, wenn es um die Erschließung neuer Märkte und das Umlenken von Handelsströmen geht.

Zu den US-Zöllen kommt jetzt auch noch ein schwacher Dollar

Die neuen Daten des Statistischen Bundesamts zum Export zeigen, dass auch Deutschland bisher einigermaßen glimpflich davon kommt. Zum ersten Mal seit zwei Jahren sind die deutschen Ausfuhren sogar leicht gewachsen, in den Jahren 2023 und 2024 waren sie geschrumpft. Das ist ein kleiner Lichtblick für den ehemaligen Exportweltmeister. Gerettet haben ihn vor allem die deutlich gewachsenen Exporte in andere EU-Staaten.

Für Tiefenentspannung gibt es allerdings keinen Anlass: Es gilt weiterhin, dass viele deutsche Unternehmen in den vergangenen Jahren an internationaler Konkurrenzfähigkeit verloren haben – gerade in traditionell starken Branchen wie Maschinenbau, Elektro-, Chemie- und Metallindustrie.

Und jetzt kommt zu den lästigen US-Zöllen auch noch ein schwacher US-Dollar. Das wertet umgekehrt den Euro auf und verteuert europäische Exportgüter.