Im Kinderhaus Dörnach werden derzeit drei Krippengruppen betreut. Foto: Stefanie Schlecht

Die Holzgerlinger Verwaltung plant einen Anbau an das Kinderhaus Dörnach. Dadurch soll die Betreuung zuverlässiger werden.

Die Kinderbetreuung auf verlässliche Beine zu stellen ist in Zeiten des Fachkräftemangels kein leichtes Unterfangen. Ein Anbau an das Kinderhaus Dörnach in Holzgerlingen soll helfen: Durch vier Krippengruppen unter deinem Dach soll das Personal effizienter eingesetzt und damit mehr Planungssicherheit geschaffen werden.

Ursprünglich wurde das Kinderhaus Dörnach für zwei Krippengruppen (U3) und zwei Kindergartengruppen (Ü3) gebaut, derzeit sind dort drei Krippengruppen untergebracht. Im Zuge der Umstrukturierungen in der Kinderbetreuung in Holzgerlingen kam die Idee auf, mit der Krippengruppe aus der Böblinger Straße ebenfalls dorthin zu ziehen, also perspektivisch nur noch Krippengruppen dort unterzubringen. „Eingruppige Einrichtungen sind sehr personalintensiv“, erklärte Bürgermeister Ioannis Delakos (parteilos) in der jüngsten Gemeinderatssitzung dazu. Und deutlich „störanfälliger“, falls es Krankheitsfälle oder ähnliches gibt.

Ioannis Delakos ist Bürgermeister Holzgerlingens. Foto: Stefanie Schlecht

Strenge Regeln für die Betreuung der Jüngsten

Ganz so einfach geht der Plan der Stadtverwaltung jedoch nicht auf: Für die Betreuung von unter Dreijährigen gelten strenge Regeln, die das Haus aktuell nicht erfüllt – insbesondere mit Blick auf die Schlafsituation sowie die Personalräume. Deshalb muss ein Anbau her. Diesen könne man problemlos an das Bestandsgebäude andocken, erläuterte Bauamtsleiter Florian Neukirch. Die Gartenfläche verkleinere sich dadurch zwar, doch die Bedürfnisse der unter Dreijährigen unterscheide sich auch deutlich von denen der älteren Kinder, für die die dortigen Spielgeräte gedacht gewesen seien. Im Bestandsgebäude müssten lediglich kleinere Arbeiten vorgenommen werden, der Durchbruch solle in der betreuungsfreien Sommerzeit geschehen, führte der Bauamtsleiter aus.

Auf dem neuen Dach soll eine PV-Anlage installiert werden

Im neuen Gebäudeteil ist im Erdgeschoss ein Mehrzweckraum geplant, der auch für Veranstaltungen gemietet werden kann. Aus diesem Grund wird doch ein WC für Erwachsene realisiert, ebenso wie eine Garderobe und ein Büro für die Hausleitung. Das Obergeschoss besteht zum großen Teil aus Schlafräumen für die Kinder, hinzu kommen eine Umkleide und die dringend benötigten Personalräume für die 15 bis 20 Mitarbeiterinnen.

Das Dach des neuen Gebäudeteils soll mit einer PV-Anlage ausgestattet werden. Auf dem Bestandsgebäude sei das aus statischen Gründen nur zum Teil realisierbar, so Neukirch. Im Zuge der Arbeiten werde das Kinderhaus auch auf eine Wärmepumpe umgestellt. An die Gasheizung, so Bürgermeister Delakos, hätte man ohnehin in den kommenden Jahren rangehen müssen.

„Eingruppige Einrichtungen sind sehr personalintensiv.“

Ioannis Delakos, Bürgermeister Holzgerlingens

Kosten soll das Ganze rund 2,7 Millionen Euro. „Das hat uns auch erschreckt“, räumt er ein. Doch die Baunebenkosten seien immens. Vor allem das EU-weite Vergaberecht mache einen großen Anteil davon aus – „das macht alles teurer und langsamer“.

Nicole Frasch (Freie Wähler) gab zu bedenken, dass die Kinderzahlen und damit die Nachfrage rückläufig seien. Zudem bringe auch das modernste Gebäude nichts, wenn es kein Personal gebe, um die Gruppen zu betreuen. Delakos versuchte, ihr die Sorge zu nehmen, indem er betonte, dass keine neue Gruppe geschaffen, sondern lediglich eine bestehende Gruppe verlegt werde – mitsamt dem entsprechenden Personal. Der Gemeinderat votierte schließlich einstimmig dafür, die Planung weiter voranzutreiben.