Die Gemeinde Hildrizhausen ist nun das 15. Mitglied des Verbandes. Foto: Stefanie Schlecht

Die Gemeinde Hildrizhausen wird Verbandsmitglied bei der Ammertal-Schönbuchgruppe, um auch in Zukunft die Versorgung mit Trinkwasser gewährleisten zu können. Dafür muss die Kommune eine Anschlussleitung für mehrere Millionen Euro bauen.

Kreis Böblingen - Die heißen Sommer 2017 bis 2019 mit akutem Wassernotstand hatten bei der Gemeinde Hildrizhausen die Entscheidung reifen lassen, für eine sichere Trinkwasserversorgung als 15. Verbandsmitglied der Ammertal-Schönbuchgruppe (ASG) beizutreten. Bislang ist die Kommune bei der Wasserversorgung vollkommen autark. Damit das Wasser ab 2023 fließen kann, ist der Neubau einer Anschlussleitung nach Hildrizhausen mit einer Bausumme von rund 3,3 Millionen Euro notwendig. Mit Blick auf den erwarteten Aufnahmebeschluss der Verbandsversammlung haben die Partner bereits einen gemeinsamen Förderantrag für das Bauvorhaben gestellt. Und Hildrizhausen wird sein Trinkwasser dann nur noch teilweise aus den eigenen Quellen beziehen.

Entscheidend ist die tatsächliche Abnahmemenge der Kommune

Die ASG hat auf ihrer Verbandsversammlung zukunftsweisende Themen zu einem Abschluss gebracht: Als Ergebnis vieler Beratungen in den zurückliegenden drei Jahren werden die Wasserbezugsrechte der beteiligten Verbandsmitglieder angepasst. Die Neuordnung der Beteiligungsquote der derzeit 14 Kommunen in der Region orientiert sich dann an den tatsächlichen Abnahmemengen eines heißen Sommertages, berichtet der Verband in einer Pressemitteilung.

Versorgungssicherheit zu Zeiten des Klimawandels

„Diese Neuordnung ermöglicht es, die seit langem im Verband diskutierte Anpassung der Beteiligungsquoten transparent umzusetzen“, sagt der Verbandsvorsitzende, Böblingens Oberbürgermeister Stefan Belz. Damit könnten Leistungen und Abrechnungen im Sinne einheitlicherer Wasser-Bezugspreise besser synchronisiert werden. Die bisherige Spreizung des Wasserpreises für die Verbandsmitglieder reduziert sich von fast 57 Cent pro Kubikmeter auf 25 Cent je Kubikmeter ab dem Jahr 2022. Die Bildung eines gemeinsamen Pools für die Bezugsrechte schaffe zudem Handlungsspielraum, um zukünftig Bezugsrechte an die Entwicklung des tatsächlichen Bedarfs anzupassen, schreibt die ASG. Die zugrunde liegenden Modelle seien in den letzten Monaten in allen Gemeinderäten der betroffenen Kommunen vorgestellt worden.

Zudem bereite sich die ASG damit auf die Herausforderungen des Klimawandels vor. „Entscheidend ist, dass wir jederzeit uneingeschränkt in der Lage sein werden, zu fairen Konditionen den Wasserbedarf unserer Mitgliedskommunen zu decken. Die Neuordnung der Beteiligungsquote ermöglicht außerdem die Aufnahme der Gemeinde Hildrizhausen“, betont ASG-Geschäftsführer Ralf Göttsche.

Im Jahr 2022 wird der durchschnittliche Wasserpreis sinken

Für das Jahr 2022 wird der durchschnittliche Wasserpreis für die Mitgliedsgemeinden um 1,5 Cent auf dann 1,099 Euro pro Kubikmeter gesenkt. Auch der Umlagebedarf geht im Vergleich zum laufenden Jahr um rund 1,4 Prozent zurück. Weiterhin stammen knapp 40 Prozent der gelieferten Wassermenge von der Bodensee-Wasserversorgung, mehr als 60 Prozent kommen aus der Eigenförderung der ASG. „Mit dem Mix von Wasser unserer zwölf Brunnen im Ammer- und Neckartal und dem Bezug von Bodenseewasser ist die ASG auch während langer trockener und heißer Phasen jederzeit in der Lage, die benötigten Mengen in höchster Qualität bereitzustellen“, versichert der Verbandsgeschäftsführer.