Die Inzidenz in Baden-Württemberg liegt derzeit bei 96 (Symbolbild). Foto: dpa/Tom Weller

Das Infektionsgeschehen nimmt wieder Fahrt auf – in ganz Deutschland und in Baden-Württemberg. Der Südwesten steuert sogar auf eine dreistellige Inzidenz zu. Hier geht es zu den aktuellen Daten.

Stuttgart - Deutschlandweit steigt die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus weiterhin an. Derzeit liegt die Sieben-Tage-Inzidenz bei 72,7 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner. Am Vortag hatte der Wert zum ersten Mal seit Mitte September die 70er-Marke überschritten (70,8).

In Baden-Württemberg steuert die Zahl der Corona-Neuinfektionen sogar auf die 100er-Marke zu. Nach Angaben des baden-württembergischen Gesundheitsamts verzeichnete der Südwesten in den vergangenen sieben Tagen 96,4 Neuinfektionen je 100 000 Einwohner. Das Robert-Koch-Institut gibt einen minimal geringeren Wert (96,2) an. So hoch war die Inzidenz im Südwesten zuletzt im Mai dieses Jahres.

In diesem Beitrag veröffentlichen wir die aktuellsten Zahlen zur Entwicklung des Infektionsgeschehens. Wir greifen dafür auf Daten des Robert-Koch Instituts sowie des Landesgesundheitsamts Baden-Württemberg zurück. Stand der Daten: 17. Oktober, 13 Uhr.

Die aktuellen Coronaregeln

Die Maßnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung des Coronavirus sind bundesweit nicht mehr an die Inzidenz gebunden, sondern an die Lage in den Krankenhäusern. In Baden-Württemberg gibt es drei Stufen für die Maßnahmen gegen das Coronavirus. Welche Stufe gilt, bemisst sich an der Lage in den Krankenhäusern. Während die tagesaktuell ausgewiesene Rate der zuletzt ins Krankenhaus eingewiesenen Covid-19-Patienten systematisch zu niedrig angegeben wird, ist die Zahl der von Coronapatienten belegten Intensivbetten ein zuverlässiger Indikator für die Belastung des Gesundheitssystems.

Sind mehr als 250 Intensivbetten im Land belegt, greift die Warnstufe – dann gilt weiter die 3-G-Regel für die meisten Bereiche des öffentlichen Lebens, allerdings müssen Ungeimpfte einen PCR-Test vorweisen. Bei mehr als 390 belegten Intensivbetten gilt die Alarmstufe mit 2-G, Nichtgeimpfte sind dann von etlichen Aktivitäten ausgeschlossen.

Das folgende Schaubild zeigt die Belegung der Intensivbetten in Baden-Württemberg mit Covid-19-Patienten:

Corona-Infektionen in Deutschland und Baden-Württemberg

Die per Labortest bestätigten Neuinfektionen bleiben eine wichtige Kennziffer der Pandemie. Je höher der Anteil der Infektionen, desto höher das Risiko insbesondere für Ungeimpfte, sich zu infizieren und ins Krankenhaus zu kommen. Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz wird für die zurückliegenden sieben Tage und je 100 000 Einwohner berechnet.

Bundesweit wurden zuletzt 73 Neuinfektionen mit dem Coronavirus je 100 000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen gemeldet. In Baden-Württemberg liegt die Sieben-Tage-Inzidenz derzeit bei 96.

Das Diagramm zeigt die Sieben-Tage-Inzidenz für Deutschland und Baden-Württemberg seit Juli 2020:

Wie sich die Infektionszahlen in den kommenden zehn bis vierzehn Tagen entwickeln, lässt sich an der Reproduktionszahl (auch R-Wert genannt) ablesen. Liegt sie über 1, dann steckt ein Infizierter mehr als eine weitere Person an – die Infektionszahlen steigen. Ein Rechenbeispiel: Bei einem R-Wert von 1,2 werden aus 100 Infizierten binnen vier bis fünf Tagen 120 – und daraus wiederum in weiteren vier bis fünf Tagen 144. Nach weiteren vier bis fünf Tagen gibt es mehr als 170 Infizierte.

Das folgende Schaubild zeigt die Entwicklung des R-Werts seit Beginn der Pandemie:

Bundesweit wurden in den vergangenen sieben Tagen mehr als 60 000 neue Infektionen mit dem Coronavirus gemeldet. Die Werte verteilen sich derzeit sehr ungleich über die Bundesländer. Kein Bundesland liegt im einstelligen Bereich. Am niedrigsten ist die Sieben-Tage-Inzidenz in Schleswig-Holstein (28). Besonders hoch sind die Infektionszahlen derzeit in Thüringen (136), Sachsen (114) und Bayern (109). Baden-Württemberg folgt an vierter Stelle.

Die folgende Tabelle zeigt die aktuellen Zahlen für die einzelnen Bundesländer. Sie können die Tabelle durchblättern, um alle Länder angezeigt zu bekommen.

Die Inzidenz in Baden-Württemberg steigt weiter und steuert auf die 100er-Marke zu. 17 Kreise im Südwesten liegen bereits darüber. Am höchsten ist der Wert in Sigmaringen (178,7), gefolgt von Pforzheim (177).

In der folgenden Tabelle geben wir die jeweils aktuellsten Werte für alle Stadt- und Landkreise in Baden-Württemberg an und zeigen, wie sich die Sieben-Tage-Inzidenz in den letzten Tagen entwickelt hat. Sie können mit den Pfeiltasten die Tabelle durchblättern, um alle Kreise in Baden-Württemberg angezeigt zu bekommen.

In der Region Stuttgart liegen der Rems-Murr-Kreis (132,7) sowie die Landeshauptstadt (100,4) über der 100er-Marke.

Die Karte zeigt die Inzidenzwerte in der Region Stuttgart. Klicken Sie auf den gewünschten Kreis, um detaillierte Zahlen angezeigt zu bekommen.

Verstorbene

Die Zahl der an und mit Covid-19 Verstorbenen reagiert immer erst zeitversetzt auf die Entwicklung der Infektionen. Nach einem leichten Anstieg im September stagniert die Zahl der gemeldeten Todesfälle derzeit. Wichtig zu wissen: Die Zahlen beziehen sich auf das Melde-, nicht auf das Sterbedatum.

Das folgende Diagramm zeigt die Entwicklung der mit Corona zusammenhängenden, ans RKI gemeldeten Todesfälle seit März 2020:

Impfungen

Mittlerweile gibt es für fast alle Über-12-Jährigen eine Impfempfehlung der Ständigen Impfkommission. Auch Impfstoff und Impftermine sind längst nicht mehr knapp. Seit August werden im Wochenmittel rund 70 000 Dosen pro Tag verimpft. Die Impfquote steigt somit weiter an, wenn auch nur noch langsam.

Das folgende Diagramm gibt den Anteil der einmalig und vollständig Geimpften gerechnet auf die Gesamtbevölkerung aus. Betrachtet man beispielsweise nur die Erwachsenen, dann sind knapp 80 Prozent mindestens einmal geimpft.

Dieser Beitrag wird regelmäßig aktualisiert – ebenso die Übersicht zu den Corona-Risikogebieten sowie Quarantäneregeln für Reisende.