Werber für Europa (von links): Rektorin Svenja Hauser, Bürgermeisterin Anna Walther und Landrat Roland Bernhard. Foto: H. Schmidt

300 Grundschulkinder lernen in Schönaich über Klimaschutz, Nachhaltigkeit – und Europa.

„Wer kennt ein Land in Europa?“, fragt Roland Bernhard und sofort schnellen viele Hände nach oben. Schweden, Spanien, Frankreich oder Italien, kommt es wie aus der Pistole geschossen von den rund 300 Kindern der Johann-Bruecker-Grundschule Schönaich. Mit Bürgermeisterin Anna Walther und Rektorin Svenja Hauser eröffnete der Böblinger Landrat so den Europaaktionstag, der die Jungs und Mädchen der Klassen eins bis vier spielerisch an die Themen Klimaschutz, Nachhaltigkeit und eben Europa heranführen soll.

Diese vom Landkreis organisierte Veranstaltung findet jedes Jahr an einer anderen Schule in den kleineren Kreisgemeinden statt. Der Anlass ist der Europatag am 9. Mai und das Gedenken an die sogenannte Schumann-Erklärung von 1950 – und damit die Ursprünge der Europäischen Union, wie Anna Walther kurz ausführte. „Als ich in eurem Alter war, gab es noch keinen Euro“, erzählte die Schönaicher Bürgermeisterin den im großen Saal der Gemeindehalle versammelten Grundschulkindern.

Ein Malbuch für die Jüngsten

Keine Ausweiskontrollen mehr an Grenzen oder Supermarktregale, die mit Waren vom ganzen Kontinent gefüllt sind, nannte sie als weitere Beispiele, „an denen ihr Europa im Alltag ganz deutlich seht“. Voneinander lernen und gemeinsam Probleme lösen, das mache Europa „bunt und spannend“, ist Anna Walther überzeugt.

Apropos bunt: Für die Jüngsten der Klassenstufen eins und zwei gab es ein Malbuch mit dem Titel „Der kleine Stern in Europa“, mit dem die Kinder dem Kontinent eigene Farben geben können.

Ein lauter Pfiff und schon hatte Landrat Roland Bernhard die ganze Aufmerksamkeit wieder für sich – und konnte auch noch das Wissen um kulinarische Spezialitäten testen. Mit Erfolg: Bei Italien und Frankreich musste er mit Pizza und Baguette ebenfalls nicht lange auf die Antworten warten. „Ich sehe, ihr kennt euch gut aus“, so Bernhards Fazit. „Wichtig ist, dass ihr Freunde von Europa seid“, appellierte er an seine jungen Zuhörer, „setzt euch für Europa ein!“

Frisbees mit Flaggen

An verschiedenen Stationen und in zuvor vorbereiteten Workshops wurde das Gesagte samt Klimaschutz und Nachhaltigkeit weiter vertieft. Wie Mülltrennung funktioniert lernten die Teilnehmer ganz praktisch an der einen, was die Erde mag und was nicht an einer anderen. Gerne spielten die Kinder aber auch mit ihren Lehrerinnen, Bürgermeister und Landrat draußen vor der Tür eine Runde Europa-Frisbee und hatten dabei die Flaggen aller Länder ganz selbstverständlich zum weiteren Kennenlernen mit auf den Scheiben.