Hier sieht man eines der Widerlager der neuen Brücke zwischen Rudolf-Diesel-Straße und Wolfgang-Brumme-Allee. Foto: Stefanie Schlecht

Der Umbau der A 81 bei Böblingen schreitet voran: Fast eine halbe Milliarde Euro fließen in das Projekt. Doch Autofahrer müssen sich auf neue Sperrungen einstellen. Was steckt dahinter?

Bei der Erweiterung der Autobahn 81 zwischen Sindelfingen-Ost und Böblingen-Hulb ist das Bergfest fast in Sicht. Die Deges (Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH), die das Projekt im Auftrag des Bundes in der Hand hat, ist zuversichtlich, die Fahrbahn Richtung Stuttgart im Herbst fertig zu kriegen. Um sich dann auf die Fahrtrichtung Singen konzentrieren zu können. Die Kostenschätzung für den Mega-Umbau – weitgehend unter laufendem Verkehr – liegt momentan bei fast einer halben Milliarde Euro.

In den kommenden Monaten müssen sich Autofahrer in Böblingen und Sindelfingen wieder vermehrt auf Einschränkungen und auch wieder auf Sperrungen einstellen. Davon betroffen sind neben der Autobahn selbst vor allem die Rudolf-Diesel-Straße in Sindelfingen und die Wolfgang-Brumme-Allee in Böblingen. Auch die erst vergangenes Jahr verlegte Autobahnauf- und -abfahrt an der Flugfeld-Allee muss für mehrere Wochen gesperrt werden. Die Dornierstraße auf der Hulb bleibt vermutlich nach bereits einem Jahr der Sperrung weiterhin gesperrt, bis die dortige Unterführung fertig ist. Ob es den Aufwand wert sei, die Unterführung in der Zeit zwischen der Fertigstellung der ersten und dem Abriss der zweiten Brückenhälfte freizugeben, das müsse die Stadt Böblingen entscheiden, sagt Projektleiter Johannes Kuhn.

Wirft seine Schatten voraus: der Umbau der Anschlussstelle Böblingen-Hulb auf der A 81 hat noch nicht begonnen, aber er beschäftigt die Deges-Planer jetzt schon. Foto: Stefanie Schlecht

Baustelle auf der A81: Nadelöhr zwischen Böblingen und Sindelfingen

Bereits seit Anfang März hat die Deges die Rudolf-Diesel-Straße in Sindelfingen auf eine Spur pro Richtung verengt. Da in den kommenden Monaten an wechselnden Stellen entlang der Rudolf-Diesel-Straße sowie der Wolfgang-Brumme-Allee gearbeitet wird, wird den Autofahrern in dieser Zeit immer nur eine Spur pro Richtung zur Verfügung stehen.

Das hängt einerseits mit dem Umbau des Knotenpunkts an der Motorworld zusammen, der Mitte März beginnen soll. Andererseits mit dem Bau der neuen Brücke über die A 81 an dieser Stelle. Seit die ursprüngliche Überführung, die die Nachbarstädte innenstadtnah verbindet, im vergangenen August abgerissen wurde, führt eine Behelfsbrücke von Böblingen nach Sindelfingen und umgekehrt. Bis August 2026 soll das neue Bauwerk zumindest so weit fertiggestellt werden, dass der Verkehr auf der Fahrbahn Richtung Sindelfingen fahren kann. Dort werden dann beide Fahrtrichtungen sich die Brücke teilen müssen. Für den zweiten Teil der Brücke sei derzeit noch kein Platz.

Zwei Sperrungen der A 81 bis zu den Sommerferien

Aktuell sind die Widerlager der neuen Brücke im Bau. Voraussichtlich am zweiten Maiwochenende muss dann die Autobahn gesperrt werden, um die Brückenträger einzuheben. Um diesen Schritt vorzubereiten, wird Mitte März ein riesiges Zelt neben der Autobahn aufgestellt. Darin werden die Stahlträger für ihren Einsatz vorbereitet.

Sobald die Behelfsbrücke nicht mehr gebraucht wird, sagt Johannes Kuhn, werde sie sofort abgebaut, damit Platz für die weiteren Bauarbeiten ist. Auch für den Abbau müsse die Autobahn wieder zeitweise gesperrt werden.

A81-Sperrungen, aber auch neue Wege zwischen Sindelfingen und Böblingen

Länger gesperrt werden ab April – vermutlich nach Ostern – die Auffahrt Richtung Stuttgart und die Abfahrt aus Richtung Singen an der Flugfeld-Allee. Das liegt daran, dass dort für den Bau der neuen Fahrbahn noch nach Blindgängern aus dem Zweiten Weltkrieg gesucht werden muss. „Es ist aber unwahrscheinlich, dass da welche liegen“, sagt Projektleiter Kuhn. Ebenfalls müsse noch die Einfassung des Murkenbachs verstärkt werden, der dort verläuft. Die Nordseite der Anschlussstelle Böblingen/Sindelfingen bleibt geöffnet.

Bei all den Sperrungen gibt es aber auch positive Nachrichten: Der Durchstich unter der Autobahn hindurch in der Tilsiter Straße in Sindelfingen wird Ende März freigegeben. Ebenfalls im Sindelfinger Osten wird fleißig an den beiden Anschlussstellen Sindelfingen-Ost und Böblingen-Ost gearbeitet. Bereits seit geraumer Zeit ist die Südseite des künftigen Vollanschlusses Böblingen-Ost geöffnet. Mit dem Durchstich können bald auch Autofahrer aus Sindelfingen direkter auf die Böblinger Seite kommen – entweder geradeaus Richtung Thermalbad, oder aber Richtung Stuttgart auf die Autobahn.

Wie geht es beim A 81-Ausbau weiter?

Bis Ende des Jahres soll die Anschlussstelle Böblingen-Ost dann ihre Funktion als Vollanschluss schrittweise aufnehmen können. Die künftige Auffahrtsrampe ist schon zu erkennen. Voraussichtlich im Juli oder August könne man die Auffahrt Richtung Singen freigeben. Ende des Jahres dann die Ausfahrt aus Richtung Singen. „Das geht erst, wenn der Verkehr in Richtung Stuttgart auf der neuen Fahrbahn läuft“, sagt Kuhn.

Noch nicht begonnen hat die Deges dagegen mit dem Umbau der Anschlussstelle Böblingen-Hulb sowie der dortigen Überführung über die Bundesstraße. Dafür beginnen im April die Ausschreibungen. Auch die seit Mai vergangenen Jahres gesperrte Fahrradunterführung nahe der Rudolf-Diesel-Straße wird frühestens Ende des Jahres in Angriff genommen.