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Rücksicht nehmen

Kommentar

Artikel vom 11. September 2018 - 18:00

Von Dirk Hamann

Tag für Tag tummeln sich etliche Wanderer, Jogger und Radfahrer im Schönbuch. Alle zusammen genießen die einzigartige Schönheit des Naturparks. Alle nutzen das Naherholungsgebiet, um ein paar Stunden abzuschalten, die Seele baumeln zu lassen. Oder sich auszupowern.

Unterwegs sind sie dabei längst nicht mehr nur auf breit angelegten, geschotterten Wegen. Vor allen Dingen Mountainbiker haben schmale, kniffelige Pfade, die es im Schönbuch fast im Überfluss gibt, für sich entdeckt - als ideales Terrain für anspruchsvolle Touren. Auf Singletrails zu fahren, ist schließlich die Königsdisziplin in ihrer Sportart. Der Haken an diesem Mountainbike-Paradies: Eigentlich dürfen Radler auf den schmalen Wegen mit holprigem Untergrund gar nicht unterwegs sein. Schließlich sind diese nur an den wenigsten Stellen - wie vorgeschrieben - mindestens zwei Meter breit. Zwar begegnen sich Mountainbiker, Wanderer und Jogger auf diesen Singletrails in den allermeisten Fällen mit Respekt und rücksichtsvoll. Doch hin und wieder kommt es auch zu unschönen Begegnungen, die zu Reibereien oder zu Körperverletzungen führen.

Schuld daran sind in erster Linie streitlustige Menschen, die meinen, es wäre einzig ihr Privileg, auf Schönbuch-Pfaden unterwegs zu sein. Ob zu Fuß oder auf dem Rad. Dazu gibt es ein nicht mehr zeitgemäßes aber noch gültiges Regelwerk, das für die Nutzung von Singletrails nach wie vor gilt. Dass die Naturpark-Verwaltung nach einem langen Prozess diese nun - zumindest in Teilen - für Mountainbiker offiziell freigeben möchte, ist, angesichts eines veränderten Freizeitverhaltens von Schönbuch-Nutzern ebenso richtig, wie längst überfällig. Dass es dazu einen Katalog an Verhaltensregeln geben soll, ist ein gleichermaßen positiver Ansatz. Wichtiger als alle Vorschriften ist jedoch die Einsicht aller, Rücksicht aufeinander zu nehmen.

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