Feuerwehr probt Flächenbrände bei Weil im Schönbuch

Bei einer kreisweiten Übung auf einem Feld bildeten sich rund 80 Wehrleute fort

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    Feuerwehr-Übung am 8. September in Weil im Schönbuch. Foto: jps
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    Feuerwehr-Übung am 8. September in Weil im Schönbuch. Foto: jps

Von Jan-Philipp Schlecht

Artikel vom 08. September 2018 - 22:38

WEIL IM SCHÖNBUCH. Das Feld knistert auf einmal bedrohlich. Auf einer Anhöhe nördlich von Weil im Schönbuch, ein paar hundert Meter Luftlinie vom Rettungszentrum im Grabenäcker entfernt, brennt ein Stoppelfeld. In Sekundenschnelle breitet sich der Flächenbrand aus. Stünden nicht ein dutzend Feuerwehrmänner mit ihren Feuerpatschen drum herum, das Feuer würde rasend schnell um sich greifen. Und das ganze Feld abfackeln. 

Mit der denkbar einfachen Technik peitschen die Wehrleute das Feuer genauso schnell aus, wie es entstanden ist. Der zuständige Pressesprecher Jürgen Lenzinger von der Feuerwehr Weil der Stadt sagt: "Nicht bei jedem Vegetationsbrand muss man Wasser einsetzen, es gibt auch nützliches Handwerkszeug wie etwa die Feuerpatsche. Das wird hier geübt." 

Ein Steinwurf weiter südlich läuft eine Gruppe Feuerwehrleute neben einem Löschfahrzeug her. Aus ihm hängen neonfarbene Schläuche, etwa so dick wie ein Kinderarm. "Die Schläuche sind nicht so dick wie normale Löschschläuche, dadurch müssen die Feuerwehrmänner nicht so viel Gewicht mit sich herumschleppen und sind agiler." Mit dieser Technik, die sich Pump and Roll nennt, können die Brandbekämpfer während der langsamen Fahrt des Fahrzeugs einen Brand löschen, der sich bewegt. "Der Unterschied zwischen einem Vegetationsbrand und einem statischen Feuer ist, dass er dynamisch ist", sagt Lenzinger. Dies soll hier erprobt werden. 

Die großangelegte Fortbildung hängt mit der Großübung "Heißer Süden" zusammen, die im vergangenen Jahr im Sommer einen Katastrophenszenario mit Waldbränden, Wasserknappheit und einem umgekippten Reisebus simuliert hat. Lenzinger: "Damals hat man die Erkenntnis gewonnen, dass es sinnvoll ist, sich den Vegetationsbränden noch mal anzunehmen." Der Hintergrund: "Durch die veränderten Klima- und Wetterbedingungen ist davon auszugehen, dass solche Vorfälle auch in unseren Breitengraden häufiger vorkommen", sagt Lenzinger. 

Durchgeführt wurde die Veranstaltung von der gemeinnützigen Hilfsorganisation @fire Internationaler Katastrophenschutz Deutschland e.V., die weltweit schnelle Nothilfe nach verheerenden Naturkatastrophen leistet. Teilgenommen haben rund 80 Feuerwehrler aus dem ganzen Landkreis. Sie sollen das erworbene Wissen als Multiplikatoren in ihre Feuerwehren weitertragen, teilt das Landratsamt mit. 

Aufgrund der Mischkultur der Wälder im Landkreis Böblingen ist die Wahrscheinlichkeit eines großen Waldbrandes nicht sehr hoch. "Jedoch ist es für die Feuerwehren im Landkreis wichtig, dass richtige Vorgehen zu schulen und zu üben, um für den Ernstfall gerüstet zu sein", heißt es in einer Pressemitteilung der Behörde. Darüber hinaus seien weder Wald-, noch Vegetationsbrände Lehrinhalt in der Feuerwehrausbildung, weshalb durchaus Handlungsbedarf bestehe.

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