Neue Waldwege für den Nebringer Wald

Langer Prozess der Flurneuordnung bringt gewünschten Erfolg

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    Der Nebringer Wald erhält neue öffentliche Erschließungswege Foto: red

Im Nebringer Wald mangelt es an öffentlichen Erschließungswegen. Die Waldflurstücke, welche überwiegend privaten Eigentümern gehören, sind vielfach klein, zersplittert und für die forstwirtschaftliche Nutzung ungünstig geformt. Nun sollen rund drei Kilometer neue Waldwege hergestellt werden.

Artikel vom 05. September 2018 - 17:00

NEBRINGEN (red). Durch eine Waldflurneuordnung sollen laut Pressemitteilung des Landratsamts alle Grundstücke einen Anschluss an das öffentliche Wegenetz erhalten und durch Zusammenlegung und Neuordnung in Größe und Form verbessert werden. Zuständig für das zu diesem Zweck laufende Flurbereinigungsverfahren Gäufelden-Nebringen (Wald) ist das Amt für Vermessung und Flurneuordnung des Landratsamts Böblingen (Flurbereinigungsbehörde).

"Die Waldflurneuordnung in Nebringen hatte nach der Einleitung des Verfahrens im Jahr 2012 mit einigen Anfangsschwierigkeiten zu kämpfen, da große Uneinigkeit über die Ziele bestand und zudem einige Waldeigentümer dem Projekt sehr ablehnend gegenüber standen", berichtet Tillmann Faust, Leiter der Flurneuordnung beim Landratsamt. "Es war daher anfangs ein beschwerlicher Weg für das Team der Flurneuordnung und den Vorstand der Teilnehmergemeinschaft, die vielen unterschiedlichen Vorstellungen unter einen Hut zu bringen. Mittlerweile läuft das Verfahren aber reibungslos und in sehr konstruktiver Kooperation."

Der Vorstand der Teilnehmergemeinschaft und die Flurbereinigungsbehörde haben in enger Abstimmung mit der Gemeinde Gäufelden und dem Forstamt ein Wegenetzkonzept aufgestellt. Dieses wurde von der Flurneuordnung in den Wege- und Gewässerplan aufgenommen.

Insgesamt sollen rund drei Kilometer neue Waldwege hergestellt werden. Dabei wird es sich um unbefestigte forstliche Maschinenwege handeln, die das bereits vorhandene Hauptwegenetz ergänzen. Die Ausbauplanungen sind primär darauf ausgerichtet, den Privatwaldeigentümern eine verbesserte und nach heutigen Maßstäben zumutbare Bewirtschaftung der Privatwaldgrundstücke zu ermöglichen. Zugleich sind die Planungen umweltschonend orientiert: Es sollen nur so viele Wege wie nötig und so wenige Wege wie möglich hergestellt werden. Die künftige rechtlich gesicherte Erschließung über öffentliche Waldwege soll das bisherige ungeordnete Befahren des Waldgebiets überflüssig machen und damit auch einen entscheidenden Beitrag für den Bodenschutz leisten.

Die Vorbereitungen für die Bauarbeiten laufen auf Hochtouren

Die Vorbereitungen zur Umsetzung laufen auf Hochtouren: Bereits im vergangenen Winter wurden die geplanten Wegtrassen im Wald vor Ort abgesteckt und markiert. Im Juni wurden die auf den Trassenflächen verbliebenen Holzbestände durch einen Forstsachverständigen bewertet. Das ist die Grundlage, damit die für den Wegebau zu fällenden Bäume den betroffenen Privatwaldeigentümern erstattet werden können.

Die Bauarbeiten sollen schließlich Anfang Oktober starten. Zunächst wird der Forstunternehmer das Holz auf den Trassen räumen. Anschließend soll ein Tiefbauunternehmen mit den Erdarbeiten zur Herstellung der Wege beginnen.