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Mit Chili, Zwiebeln und Zimt schnell ins Ziel

KRZ-Laufteam 2014: Beim Ernährungsvortrag von Friederike Feil lernen die Teilnehmer viel Neues über gesunde Ernährung für Sportler

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    Friederike Feil (re.) verteilt eifrig kleine, feurige Chilischoten, denn die sind nicht nur scharf, sondern sollen auch noch schnell machen KRZ-Foto: Funk

Kurz vor dem Ziel noch schnell eine Banane verdrücken, im Training literweise hochdosierte Energydrinks schlürfen und abends noch einen Teller Spaghetti - all das sieht die Sport-Ernährungsspezialistin Friederike Feil überhaupt nicht gerne. Warum das so ist, verriet sie nun dem KRZ-Laufteam in einem Vortrag.

Artikel vom 17. März 2014 - 19:12

MAICHINGEN. "Train low - compete high", das ist das Motto von Friederike Feil, die im vergangenen Jahr sowohl den Strongmanrun als auch den Tough Guy und den Urbanathlon gewonnen und somit gezeigt hat, dass dieser Ansatz durchaus Erfolg bringt. Demnach sollen die Athleten mit weitgehend leeren Speichern trainieren und anschließend mit vollen in den Wettkampf gehen. Für die Mitglieder des KRZ-Laufteams kam der Ernährungsvortrag im Rahmen der Halbmarathon-Vorbereitung also gerade zur rechten Zeit, schließlich sind es jetzt "nur" noch 105 Tage bis zum Stuttgart-Lauf, und den wollen alle gesund und mit einem Lächeln auf den Lippen finishen.

Dass sie aus ihrer Studienzeit in den USA einige ganz neue Tipps mitgebracht hatte, verriet Friedrike Feil gleich zu Beginn des fast zweistündigen Vortrages, in dem es hauptsächlich um einen guten Fettstoffwechsel ging. Immer wieder betonte die 27-Jährige wie wichtig es ist, sich gute Eiweißquellen zu beschaffen. So sollten die Tiere, deren Fleisch man verzehrt, sich unbedingt draußen bewegt haben. "Von Schweinefleisch raten wir ab. Auch Puten und Hühnchen sind Masttiere", erklärte sie. Aber auch Linsen, Erbsen, Mandelmehl und Nüsse seien gute Proteinlieferanten. Und von Eiern, natürlich in Bio-Qualität, ist die Extremsportlerin ganz besonders überzeugt. "15 Stück pro Woche sollten es schon sein", meinte sie und blickte in mehr als nur ein erstauntes Gesicht. Das Zeaxanthin im Ei sei gut für die Augen und das Cholin gut fürs Gehirn. "Eier machen also schlauer und man sieht besser", so die 27-Jährige weiter.

Wie auch ihr Vater Dr. Wolfgang Feil ist Friederike vom Nutzen der Chilischoten überzeugt. Während sie vom Fettstoffwechsel aktivierenden Kapsaizin erzählte, bröselte sie sich mindestens fünf Schoten in die Hand und kippte alles mit einem Schluck Wasser hinunter. "Das reduziert die Entzündungen im Körper", erklärte sie, riet allerdings davon ab, es gleich mit so einer großen Menge zu probieren. "Ich mach' das schon ewig, hab' damit schon einige Wetten gewonnen", verriet sie lachend. Ebenfalls gut für den Fettstoffwechsel ist Vitamin D. Hierfür braucht der Körper jedoch Sonne. "Und von Oktober bis März sind wir hier alle unterversorgt. Deshalb sollte man unbedingt zusätzlich 100 Mikrogramm am Tag einnehmen", so Feils Tipp, die zudem zu vielen Kräutern riet. "Wer keinen eigenen Garten hat, sollte gefrorene kaufen, die sind allemal besser als getrocknete. Und bloß nicht mitkochen", erklärte die 27-Jährige. Außerdem empfahl sie viel Zimt zu essen, denn der stabilisiere den Blutzuckerspiegel. Ingwer gehöre ebenso auf den Speiseplan. "Der macht einen guten Magen. Ich esse vor jedem Wettkampf ein Stück", verriet sie. Dazu noch Kurkuma in etwas Speiseleinöl aufgelöst und schwarzer Pfeffer. "Ich kann nur unseren Gewürzquark empfehlen. Den kann man immer essen, zum Frühstück oder auch als Nachtisch." Statt Weizen empfahl Friederike Feil Hirse und in der letzten Woche vor dem Wettkampf jeden Tag ein Glas Rote Beete-Saft.

Zwei doppelte Espresso vor dem Start bringen den letzten Schub

Wer all das regelmäßig zu sich nimmt, tue seinem Körper also nur Gutes. Während des Trainings sollten die Läufer aber möglichst auf Energiezufuhr verzichten. Nach dem Train-Low-Prinzip werden durch das Training mit leeren Kohlenhydratspeichern mehr Mitochondrien gebildet, und die helfen mehr Leistung zu bringen. "Daher empfehle ich im Training nur Wasser zu trinken. Bei längeren Einheiten darf es auch mal ein Sportgetränk sein, aber auch hier genügt ein verdünntes. Man braucht meistens gar nicht so viel, und wer zu viel zusätzliche Energie zu sich nimmt, der stoppt seinen Fettstoffwechsel." Erst vor Wettkampf sollen die Speicher gefüllt werden. Aber nicht mit irgendwas. "Hirse wäre hier besser als Pasta, auch Kartoffelbrei ist empfehlenswert." Das Frühstück am Wettkampftag sollte dann vor allem leicht verdaulich sein. "Keine Nüsse und Müsli nur eingeweicht", so der Tipp der 27-Jährigen, die kurz vor dem Start auch gerne mal ein Stück dunkle Schokolade isst. "Das erhöht die Leistungsfähigkeit, ebenso wie Kaffee." Um den Effekt allerdings zu spüren, sollten die Läufer in den Tagen zuvor ihren normalen Konsum reduzieren. "Dann bringen zwei doppelte Espresso den richtigen Schub."

Mit so viel neuem Wissen ausgestattet gingen die Laufteammitglieder am Donnerstagabend andächtig nach Hause. Ob sich der erste schon einen Kräuterquark gemacht und ein Glas Rote Beete-Saft dazu getrunken hat? Diese Frage wird im nächsten Training ganz bestimmt beantwortet.