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Erfolgreich den Medizin-Check absolviert

KRZ-Laufteam 2013: Kardiologie-Chefarzt Dr. Horst Nebelsieck gibt allen Untersuchten grünes Licht - wenn auch mit Auflagen und Tipps

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    Dr. Horst Nebelsieck, Chefarzt der Kardiologie am Klinikum Sindelfingen (li.) beim Herz-Ultraschall: Alle Teilnehmer des KRZ-Laufteams durchleuchtet und für tauglich befunden KRZ-Fotos: Kühnle

Ruhe-EKG, Herz-Ultraschalluntersuchung und dann rauf aufs Ergometer zum Belastungstest: Diesen "Dreikampf" absolvierten die Mitglieder des KRZ-Laufteams am Samstag und Sonntag. Erfolgreich, keiner erhielt die Rote Karte in Sindelfingen, das Training kann starten.

Artikel vom 15. Januar 2013 - 17:48

SINDELFINGEN. Sonntag war Beratungstag. "Gestern habe ich viel mehr Ultraschalluntersuchungen selbst gemacht und war viel öfters beim Ergo", bilanzierte Chefarzt Dr. Horst Nebelsieck am Sonntagabend. Da hatte er seine Stimmbänder ordentlich strapaziert - trotz einer leichten Erkältung. Insbesondere "bei den Familien gab es viel Beratungsbedarf", stellte der Kardiologe fest. Denn Sonntag war auch Familientag. Gleich mit drei Mitgliedern vertreten waren Schuberts. Mama Dagmar hatte den Impuls gegeben - und Tochter Johanna hofft davon zu profitieren. Schließlich macht sie in diesem Jahr das Abitur - auch im Sport. Die besten Voraussetzungen bringt nach dem Check aber nicht Vater Werner mit, sondern die gut trainierte Mutter. "140 Prozent der zu erwartenden Ausdauerleistung" bescheinigte ihr der Test. "Ich laufe auch mit Dagmar Schlecht vom Pink Power", hat die fitte Mama eine Erklärung parat. Als "ausbaufähig" schätzt der Sportmediziner das Potenzial der Tochter ein - sie dürfte vom Training profitieren.

Ein Jahr noch bis zum Abitur hat Gerrit Wohnsdorf. Der wurde mit seinem Vater gezogen und bildet mit ihm auch ein Generationen übergreifendes Team. "Wir laufen fünf bis 13 Kilometer zusammen, er gibt das Tempo an", lässt der Sohnemann dem Vater den Vortritt. Wer schneller ist? Haben sie nicht ausprobiert, "ich brauche keine Wettkämpfe", hält Gerrit nicht viel von Volksläufen. Aber "der X-Cross war der Hammer, das war echt genial". Bei Wohnsdorfs wie bei Schuberts zeigte sich, dass die ausdauererprobten Eltern sich schneller erholen als der Nachwuchs.

Als Paar sind auch Manuela und Peter Kellhammer unterwegs - wobei sie den Takt angibt. "Ich habe uns angemeldet, weil er mal was anderes tun soll als schaffen", so die 44-Jährige. Ausbaufähig ist die Leistung bei beiden, obwohl sie vor zwei Jahren schon mal in Stuttgart gelaufen sind. Und das in respektablen 1:56. So schnell werden die Brüder Daniel und Florian Indriksons kaum unterwegs sein. "Ich sitze zu viel", meint der 40-jährige Daniel und verweist auf sein etwas zu hohes Gewicht. Genau dies will er anpacken - und soll dies angesichts des Trainingsmangels ganz vorsichtig machen. Vorsichtig gehen auch Susanne und René Schrottenholzer den lauf an. Der 48-Jährige beweist, dass auch nach ernsthaften Probleme mit dem Herzen Sport möglich ist, ja Sinn macht. Vor knapp zehn Jahren bekam er einen Stent eingesetzt - und hatte seit damals keine Probleme beim Laufen.

Gute Stimmung beim "Herz-Kreislauf-Dreikampf"

"Gewicht abbauen und auf optimale Laufschuhe achten": Dieser Rat steht gleich in mehreren Bögen als Empfehlung drin. Zum Beispiel bei unserem Blogger Frank Mühlenbrock. Dieses Ziel hat sich auch Dietmar Brösamle gesetzt. Doch der 50-Jährige hat beste Voraussetzungen - ihm attestierte der Mediziner eine "hohe absolute Leistung". Wer eben lange und intensiv Sport getrieben hat, profitiert auch nach gewissen Durchhängern oder Schwächephasen noch davon. So wie René Tscharnke. Der 42-Jährige war im Sportinternat in Jena und hat "noch mit Heike Drechsler trainiert". Von der Leichtathletik verschlug es ihn dann zu den Kickern, immerhin bis in die 2. Liga schaffte er es. Obwohl er seit Jahren "relativ wenig macht", also maximal zweimal pro Woche läuft, hatte er in der Belastung beste Werte. Die konnte auch Jochen Keppler aufweisen. Der Student hat sich die Latte hochgelegt, er peilt die 1:30 an. "Das ist realistisch", motivierte ihn der Chefarzt.

Solche Motivation braucht Axel Finkelnburg kaum. Der ehemalige Triathlet strampelte locker 325 Watt bei einer Herzfrequenz von 146 und war binnen zwei Minuten nach der Belastung wieder bei 100. Da wird es im Städteduell der Stadträte Thorsten Breitfeld schwer haben. Der Böblinger CDU-Stadtrat ist als erster Nachrücker schon ins Team gerutscht, weil Gisela Ruckh einen Radunfall hatte. Auch wenn der Leise A 81-Aktivist ganz flott unterwegs war, sportelt der Sindelfinger SPD-Mann in einer anderen Liga.

Begeistert war das Team um Nebelsieck von der Pünktlichkeit und der guten Stimmung der Probanden. Und auch wenn es mal Stau gab vor dem Ergometer, gab es genug Gesprächsstoff. Wie bei Anette Laclare und Diane Reichert. "Wir sind zusammen in die Schule gegangen vor fast 30 Jahren", amüsierten sich die Böblingerinnen, die sich aus den Augen verloren hatten. Annica Hämmerle und Siegfried Till kennen sich von der Arbeit beim Daimler - hatten sich aber unabhängig voneinander beworben.

Auffällig für den Chefarzt war die Zusammensetzung der Gruppe. "Die typische Teilnehmerin ist eine Frau um die 30", konstatierte er. Womit er recht hat. Selten war das Team so jung. Gut gemischt ist es jedenfalls. Und gut betreut. Von den Lauftreffleitern, die sich ebenfalls checken ließen, hate Renate Zimmermann mit 185 Prozent der normalen Ausdauerleistung einen unschlagbaren Wert. Damit beweist die 54-Jährige, wie fit man mit dem Laufen bleiben kann.