Elektromobilität: Umweltfreundlich, leise - und vom Staat angekurbelt

Während Elektro-Zweiräder, insbesondere Fahrräder, in den vergangenen Jahren einen wahren Boom erlebten, dümpelte das Geschäft mit Elektroautos eher mäßig vor sich hin.

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    Smarte Elektromobilität: Autotransporter auf dem Sindelfinger Werksgelände

Zu teuer, zu wenig Reichweite und schlichtweg zum umständlich in punkto nachtanken lauteten die Argumente. Während zum Beispiel Kommunen ihre Fuhrparks im innerstädtischen Verkehr oder in der Garten- und Landschaftspflege schon vielfach auf E-Betrieb umzurüsten begannen, ließen sich Privatkunden und Unternehmen bislang kaum überzeugen. Um das zu ändern, hat die Regierung kürzlich eine milliardenschwere Förderung auf den Weg gebracht.

Artikel vom 04. Oktober 2017 - 10:28

Seit dem 2. Juli 2016 können bereits die Kaufzuschüsse von 4000 Euro für reine Elektroautos und 3000 Euro für Hybride mit aufladbarer Batterie und Verbrennungsmotor beantragt werden. Für letztere gibt’s den Zuschuss allerdings nur, wenn sie ihren Strom an der Steckdose tanken („Plug-in-Hybride“). Rein gar nichts aus dem Fördertopf erhalten Boliden, die laut Liste mehr als 60.000 Euro kosten. Übrigens: Auch Brennstoffzellenfahrzeuge sind förderberechtigt.


Wie kommt man ans Fördergeld?

Privatfahrer, Unternehmen, Stiftungen, Körperschaften und Vereine beantragen die Zuschüsse ausschließlich online mit einem elektronischen Antragsformular beim zuständigen Bundesamt BAFA unter www.bafa.de. Das Bundesamt weist auf der Website darauf hin, dass zurzeit die Liste der förderfähigen Fahrzeuge noch laufend aktualisiert wird: „Sollte Ihr erworbenes oder zu erwerbendes Elektrofahrzeug noch nicht gelistet sein, bitten wir um Geduld.“

Damit ist klar: Fördervoraussetzung ist, dass sich das Fahrzeugmodell auf der BAFA-Liste der förderfähigen Fahrzeuge befinden muss. Zudem müssen Kauf oder Leasing sowie die Erstzulassung ab dem 18. Mai 2016 erfolgt sein – und das Fahrzeug muss im Inland auf den Antragsteller zugelassen werden und mindestens sechs Monate zugelassen bleiben.

Fest steht auch: So lange Geld da ist, wird die Prämie gezahlt. 1,2 Milliarden Euro liegen bereit, finanziert je zur Hälfte durch Bund und Autoindustrie.

Damit kann der Kauf von rund 400.000 Fahrzeugen gefördert werden. Wer noch Zeit für die Entscheidung braucht, sollte den Füllstand des Fördertopfes im Auge behalten, um nicht schlussendlich doch leer auszugehen. Allerspätestens am 30. Juni 2019 ist finito – dann läuft die Förderung aus.