Überwältigende Aussicht nach 348 Stufen

Baustart mit Spatenstich für den Schönbuchturm bei Herrenberg - Ende April soll das Bauwerk stehen Der Blick ist überwältigend, schweift über die Bäume bis Böblingen, hin bis zur Alb und den Schwarzwald. Der Schönbuch erhält bei Herrenberg eine neue Attraktion. Am Donnerstag wurde der Bau des Schönbuchturms offiziell gestartet, ein Projekt, das 1,4 Millionen Euro verschlingt.

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    Der "Stellberg" bei Herrenberg von der Drohne aus 39 Meter Höhe aufgenommen. Der Aussichtsturm hat eine Höhe von 35 Meter und bietet einen ähnlichen Blick, hier in Richtung Gärtringen und Böblingen Foto: Thomas Bischof

Autor: Helmut Schilling

Artikel vom 26. September 2017 - 12:14

Herrenberg. Die Begeisterung ist jetzt schon groß, und in der Tat: die Aussicht auf dem 580 Meter hohen Stellberg unweit des Herrenberger Waldfriedhofs ist schon heute bemerkenswert. Die Alb ist im Hintergrund zu erkennen, Gärtringen und Böblingen liegen bei guter Sicht zu Füßen. Ab Ende April im kommenden Jahr wird der heutige Rundblick noch getoppt. Wer dann die 348 Treppenstufen des 35 Meter hohen Turms erklimmt, wird mit einem Rundblick belohnt, den es heute so noch nicht gibt. So wird beispielsweise auch Holzgerlingen zu sehen sein und die Weite des Schönbuchs ist aus der Vogelperspektive zu erleben. Die Verantwortlichen gehen davon aus: Die Menschen werden auf den Stellberg, eine ehemalige Deponie, strömen.

"Ein hoher Turm übt eine Anziehung auf Menschen aus", ist sich Sebastian Grotz, Ingenieur bei der ausführenden Stuttgarter Firma Schlaich, Bergermann und Partner, sicher. Der Turm weise eine prägnante Form auf und sei dennoch zurückhaltend. Das filigrane Bauwerk tragen acht Stützen, die aus Lärchenkernholz bestehen. Über stählerne Treppen und Plattformen geht es nach oben. Das Ganze ist mit einem transparenten Stahlseilnetzgeländer gesichert. Die leichte Konstruktion werde ein bisschen schwanken, ließ der Planer jetzt schon wissen. Wer nicht ganz nach oben will, kann aber auch auf den unteren Plattformen verweilen.
 

Landrat Roland Bernhard hofft auf weitere Geldgeber

"Jetzt geht es los", meinte ein gut gelaunter Landrat Roland Bernhard, der darauf hinwies, dass der Turm auch von der Autobahn aus zu sehen sei. Bernhard erinnerte an die Anfänge, als die Idee im sogenannten Zukunftskreis des Kreistages entstanden sei. Für den Landrat hat der "Leuchturm" im Naturpark zwar Eventcharakter, er sprach aber auch von "sanftem Tourismus". Bernhard sparte auch die finanzielle Seite nicht aus, auch wenn zuletzt die Kosten von ursprünglich einer auf eineinhalb Millionen sprunghaft nach oben kletterten. Er hofft noch auf weitere Sponsoren und auch auf den Verband Region Stuttgart, der bisher mit 300 000 Euro dabei ist.

Leichte Hoffnungen machte Thomas S. Bopp, Vorsitzender des Verbands, die Summe auf 348 000 Euro zu erhöhen. Auch er zeigte sich von dem Projekt begeistert, Natur und Technik würden sich hier in bestem Maße begegnen.

"Das wird einen fantastischen Ausblick geben", ist Martin Strittmatter, Vorsitzender des Naturparks Schönbuch, überzeugt. Das Projekt werde die Wertigkeit des Naturparks nochmals deutlich erhöhen. "Es wird richtig schön", sagte auch Herrenbergs Oberbürgermeister Thomas Sprißler.

Dass sich das Gelände auf dem Stellberg für Feste und Feiern bestens eignet, zeigte sich schon beim ersten Spatenstich. Jagdhornbläser sorgten für die richtigen Töne und Herrenbergs Bäcker Jochen Baier für Habhaftes. Nur mit starken Windböen wurde hoch oben nicht gerechnet. Die bliesen die aufgestellten Transparente samt Fahnen glatt um. Zum Glück ist nichts Schlimmeres passiert.