Plagegeister Ade

Grundsätzlich ist wohl jeder Gartenbesitzer gerne bereit, die Erträge seiner Beete und Böden zu teilen. Wenn aber eines Morgens vom liebevoll gezogenen Gemüse nur noch ein paar Fetzen übrig sind, sieht so mancher rot und greift zum Schädlingsvernichtungsmittel.

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Doch gerade bei Obst und Gemüse ist die Anwendung von Giften heikel. Da die chemischen Keulen zudem Freund und Feind gleichermaßen niedermachen, lohnt es sich, umweltverträglichere Strategien auszuprobieren.

Artikel vom 07. August 2017 - 11:03

Fallen und Schutzkörbe

Wer auf Gift verzichtet, kann auf Pflanzenschutz, Fallen oder die Vertreibung der gefräßigen Konkurrenz setzen. Das Fangen unliebsamer Gäste stellt sicher die einfachste Möglichkeit dar, doch müssen die Tiere eigenhändig getötet und/oder entsorgt werden – nicht jedermanns Sache. Bei der Verwendung von Schneckenzäunen ist darauf zu achten, dass sie ein Beet durchgängig umgeben, tief genug in der Erde verankert sind, mindestens zehn Zentimeter aus dem Boden herausragen und frei von Unkraut sind. Draht- und Kunststoffkörbe sowie Salathauben bieten
einzelnen Pflanzen Schutz.


Pflanzen gegen Schädlinge

Alternativ besteht die Möglichkeit der „pflanzlichen“ Abwehr. So meiden Schnecken beispielsweise Kapuzinerkresse und Bienenweide; gegen die schwarze Blattlaus hilft Bohnenkraut, wenn es zwischen die Nutzpflanzen im Beet gesetzt wird. Regelmäßig angewendet, zeigen selbsthergestellte Tinkturen wie Ackerschachtelhalmoder Tabakjauche, mit einigen Tropfen Schmierseife versetzt, der Niem-Extrakt oder ein Lecithin-Wasser-Gemisch guten Erfolg bei der Bekämpfung von Blattläusen. Gleiches gilt für Klebefallen, die mit Lockstoffen präpariert sind.

Als letzter Versuch stehen nützlingsschonende Insektizide zur Verfügung; über Wirkmechanismus und Anwendung berät der Fachhandel.


Fressen und gefressen werden

Die beste Möglichkeit besteht jedoch darin, Natur mit Natur zu bekämpfen. Auf dem Speiseplan vieler Gartenbesucher wie Igel, Meise & Co. stehen die sogenannten Schädlinge, daher stellen sie eine unschlagbare Waffe im Kampf um den Salat dar. Doch wie bekommt man die pelzigen, geschuppten und gefiederten Freunde dazu, sich häuslich niederzulassen? Die Faustregel lautet: Je artenreicher und naturbelassener ein Garten ist, desto häufiger kommen auch nützliche Besucher vorbei. Wer darüber hinaus ihre Bedürfnisse nicht nur erkennt, sondern auch umsetzt, hat gute Chancen, sie dauerhaft anzusiedeln. Insekten beispielsweise lassen sich mit einem „Insektenhotel“ zum Bleiben bewegen; Igel nisten gerne in Reisig- oder Laubhaufen oder überwintern in einem festen Holzhäuschen; Vögel wie Rotkehlchen und Meisen freuen sich in der kalten Jahreszeit über ein warmes Plätzchen im Vogelhäuschen, schätzen ansonsten aber eher dichte Gebüsche als geschützte Brutplätze. Der Gartenbesitzer indes profitiert doppelt: Begleitet von fröhlichem Vogelgezwitscher kann er unbedenklich knackigen Salat und leckeres Gemüse aus eigenem Anbau genießen.