"Der Job hat unheimlich Spaß gemacht"

Redakteur Helmut Schilling wurde nach mehr als 33 Jahren bei der KREISZEITUNG in den Ruhestand verabschiedet

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    Zum Abschied gab's zwei Zeitungsseiten exklusiv für Helmut Schilling (Mitte), rechts KRZ-Geschäftsführer Jan-Philipp Schlecht, links KRZ-Chefredakteur Otto Kühnle Foto: Thomas Bischof

Über 33 Jahre hat er das Gäu journalistisch beackert, nun kann er die Landschaft entspannt und ohne Termindruck mit dem Fahrrad und dem Motorrad genießen: Helmut Schilling hat Stift und Computer bei der KREISZEITUNG ade gesagt und wurde von Geschäftsleitung und Kollegen in den Ruhestand verabschiedet.

Artikel vom 08. November 2017 - 16:00

BÖBLINGEN (red). Er habe der KRZ mit seinen 33 Arbeitsjahren "länger die Treue gehalten als eine durchschnittliche Ehe dauert", betonte Geschäftsführer Jan-Philipp Schlecht. Er erinnerte an die Arbeitsbedingungen, als Schilling als Volontär in der Außenredaktion Herrenberg seinen beruflichen Einstieg begann: "Da dauerte es drei Minuten, bis eine Seite mit dem Telekopierer von Herrenberg nach Böblingen übertragen wurde." Zu Beginn wurden die Manuskripte für den folgenden Tag sogar dem Lokführer mitgegeben. Er habe immer gerne mit Helmut Schilling zusammengearbeitet, gerade sein trockener Humor habe ihm gefallen, betonte der KRZ-Geschäftsführer.

KRZ-Chefredakteur Otto Kühnle hob die hohe Flexibilität und Leistungsbereitschaft hervor: "Wenn andere noch diskutierten, ob und wie man etwas machen soll, hat Helmut Schilling zum Telefonhörer gegriffen und mit der Arbeit begonnen." Seine Kompetenzen aus dem Sportstudium kamen dem Verlag auch zugute, wenn er über Monate weg bei längeren Krankheiten in der Sportredaktion aushalf.

Schilling erinnerte sich noch genau an den Start. "Der erste Termin war eine Gewässerschau an der Ammer, die Überschrift lautete ,Aus einer Kloake wird ein sauberer Fluss'", hatte er bei seinem Abschied nach 33 Jahren sogar noch die Titelzeile im Kopf. "Der Job hat unheimlich Spaß gemacht", bekannte der 63-Jährige. Angetan hatten es ihm insbesondere "Leute, die etwas Besonderes gemacht haben". Ob Vorarlberg oder Vietnam: Dort dürfte er in den nächsten Monaten häufiger anzutreffen sein als im Gäu. Ein klein bisschen Neid der Kollegen begleitet ihn dabei.