Hamide Zarifian-Arnold muss hohe Hürden für WM in USA überwinden

Tischtennis: Einreise-Ärger vor geplanter Reise nach Las Vegas

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    Hoch über dem Geirangerfjord in Norwegen bei der Rundreise nach der EM mit Ehemann Gerd Arnold: Die Einreise in die USA ist für Hamide Zarifian-Arnold allerdings nicht so einfach Foto: privat

Der Freitag, der auch noch ein Dreizehnter ist, wird für eine Sindelfingerin zum Tag der Entscheidung. Hamide Zarifian-Arnold möchte nächstes Jahr gerne an der Tischtennis- Weltmeisterschaft der Senioren in Las Vegas teilnehmen. Doch das könnte kompliziert werden.

Artikel vom 12. Oktober 2017 - 16:42

Von Manfred Schneider

SINDELFINGEN. Im Juni 2018 finden in Las Vegas die Senioren-Weltmeisterschaften im Tischtennis statt. Hamide Zarifian-Arnold will daran teilnehmen, wie immer in den vergangenen Jahren. Zusammen mit ihrem Gatten Gerd Arnold, der bei der SV Böblingen II in der Landesklasse spielt. Rio de Janeiro, Hohhot (China), Stockholm, Auckland (Neuseeland) und Alicante waren die attraktiven Austragungsorte der Senioren-Weltmeisterschaften, die alle zwei Jahre stattfinden. Dazwischen ist immer EM. Die Reisen dorthin verbanden die Arnolds fast immer mit ihrem Jahresurlaub, nie gab es Probleme mit Pass oder Visum. Alicante verlief zudem erfolgreich, Hamide Zarifian-Arnold kam bis ins Finale der Trostrunde im Damen-Doppel der Altersklasse Ü60.

Zu einem sogenannten Interview ins amerikanische Konsulat eingeladen

Diesmal ist der Trip komplizierter. Das liegt an der Einreisepolitik der USA und an Hamide Zarifian-Arnolds Herkunft. Die 61-Jährige, als Chirurgin an einer großen Stuttgarter Klinik tätig, ist gebürtige Iranerin, kam aber schon 1965, also noch zu Schah-Zeiten, mit ihrer Familie nach Deutschland. Sie hat seit 1985 die deutsche Staatsangehörigkeit. Allerdings: Weil sie zum Zeitpunkt ihres Einbürgerungsantrags Medizin studierte, wurde sie trotz jahrelanger Bemühungen nicht aus der iranischen Staatsangehörigkeit entlassen. Das bereitet jetzt Probleme. Im ersten Anlauf wurde der Sindelfingerin, die früher für die SV Böblingen aktiv war und jetzt für den VfL Dettenhausen spielt, über den obligatorischen ESTA-Antrag, einem in der Regel für Europäer unbürokratischen Online-Programm für visumfreies Reisen in die USA, die Einreise verweigert. Im zweiten Anlauf ist sie nach Überweisung einer nicht unerheblichen Bearbeitungsgebühr ausgerechnet am Freitag, den 13., zu einem sogenannten Interview ins amerikanische Konsulat nach Frankfurt einbestellt. Eine Begleitperson ist nicht erlaubt. Man darf gespannt sein, wie die Sache ausgeht.

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