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Schöne Kulisse für den Schlussakt der baden-württembergischen Meisterschaften auf der Anlage der TA SV Böblingen: Ein Großteil der Zuschauer war auch aus Anlass der 70-Jahr-Feier im nostalgischen weißen Outfit erschienen. Zur Freude der Ausrichter gewann dann auch noch Tim Stierle die A-Konkurrenz.

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BÖBLINGEN. Als "Player of the year 2016" im Wettbewerb der US-amerikanischen Collegemannschaften hatte der 22-jährige Böblinger in den vergangenen Tagen einen ähnlichen Lauf wie am Stuttgarter Killesberg der Franzose Lucas Pouille beim Gewinn des Mercedes-Cups - auch der war nur durch eine Wildcard ins Feld gerutscht. Für Stierle ist der Titel des baden-württembergischen A-Meisters insofern ein besonderer Erfolg, als er sich zu Beginn seiner Semesterpause und nach der Rückkehr nach Deutschland noch eine fünfwöchige Tennispause gegönnt und vor den Meisterschaften nur zwei Trainingseinheiten auf Sand eingelegt hatte.

In seinen ersten Runden bewies Stierle mehrfach Nervenstärke. Gegen den Nagolder Kevin Andrusch (TC Markwasen Reutlingen) und Sven Zimmer (TC Lauffen) zog er sich im Match-Tiebreak aus der Affäre, gelangte mit einem knappen 7:5, 7:6 gegen den Routinier Thomas Seegis (TC Baiersbronn) ins Halbfinale. Dort hatte der an der St. Josephs University in Philadelphia Business-Intelligence and Analytics studierende Böblinger Patrick Kienzle (TC Freiberg) mit 6:4, 6:1 sicher im Griff. Gegen Mick Deussen (TC Tübingen), ungesetzt mit überzeugenden Zweisatzsiegen ins Finale gestürmt, galt es, ein frühes Break wieder wettzumachen. Dies gelang Stierle auch. Im zweiten Satz zog er sogar auf 4:0 davon, die Sache schien geritzt, doch Deussen steckte nicht auf und machte es nochmal spannend. Letztlich aber war das 6:4, 6:4 für Stierle verdient - und damit auch die Revanche für die beiden Niederlagen geglückt, die er als 17-Jähriger bei den Winter- und Sommerbezirksmeisterschaften gegen den erfahrenen Tübinger kassiert hatte. Jonas Brezing vom TC Herrenberg musste seine Titelträume nach einem 6:2, 3:6, 4:10 gegen Kienzle begraben.

Die beiden S-Finals bei den Damen und Herren gerieten jeweils zu einem direkten Vergleich von Spielern aus dem gleichen Verein. Verbandssportwart Rolf Schmid sprach dann auch bei der Siegerehrung mit einem Augenzwinkern von der Klubmeisterschaft des TEC Waldau Stuttgart, die in Böblingen entschieden worden sei. Im Duell der topgesetzten Bundesligaspielerinnen, die am Vorabend bei der Cocktailparty ihres Vereins noch Präsenz gezeigt hatten, entschied Anna Gabric das Finale zu ihren Gunsten. Die 19 Jahre alte amtierende deutsche Hallenmeisterin der U18 setzte sich gegen Lena Rüffer mit 7:5, 6:2 durch und wiederholte damit ihren Sieg von 2015. Beste Spielerin aus dem Kreis war Meggie Raidt (TA VfL Sindelfingen). Sie unterlag Gabric im Viertelfinale mit 1:6, 4:6.

Bei den Herren standen sich mit Maximilian Scholl (amtierender Bezirksmeister) und Lukas Finzelberg zwei Neuzugänge des TEC Waldau gegenüber, die zuletzt auf der Geroksruhe in der Regionalliga gemeinsam aufgeschlagen hatten. Wie Stierle spielen auch sie in den USA für Collegemannschaften, der ungesetzte Scholl für die Gardener Webb University, Finzelberg für die Oklahoma State University. Im Finale war Scholl - als einziger Finalist übrigens Motto-gerecht in Weiß gekleidet - der variationsreichere Spieler. Meist bestimmte er, welches Tempo gespielt wurde, vor allem die Drosselung auf Rückhand-Slice bereitete seinem Gegenüber Schwierigkeiten, sodass das 6:4, 6:2 absolut verdient war. Zur Belohnung erhielt der 20-Jährige ebenso wie Anna Gabric ein Preisgeld in Höhe von 1400 Euro. Die Felder der S-Klasse waren mit je 4550 Euro dotiert, das gesamte Turnier mit 12600 Euro.

Erfolgsformel von Josef Fischer: "TABB + WTB gleich T hoch zwei"

Die TA SV Böblingen erntete als Ausrichter viel Lob. Sportamtsleiter Josef Fischer brachte die Gleichung "TABB + WTB = T hoch zwei" ins Spiel, wobei das Ergebnis verbal ausgedrückt "Tolles Tennis" meinte. Verbandssportwart Rolf Schmid lobte die Organisation um Jan Eble und Robert Andermann nicht nur für den reibungslosen Ablauf, sondern auch für die Idee, am Finaltag zum "White Day" einzuladen und damit einen Schulterschluss mit der Tennisvergangenheit geschafft zu haben. "Sie denken die Tradition des Tennissports und des Vereins mit und erinnern daran, dass Erfolge auf Vorbildern, auf Eltern, die mitziehen, und auf Trainern, die sich um die Entwicklung von Spielern und Mannschaften kümmern, beruhen. Und das verdient allergrößten Respekt", sagte Schmid.

Dass der frisch gebackene deutsche U16-Meister Nic Wiedenhorn (TA SV Böblingen) im S-Feld nach seinem Auftaktsieg wegen einer Mandelentzündung hatte aufgeben müssen, ließ die gute Stimmung während der vier sonnigen Turniertage im Zimmerschlag keinesfalls absinken - nicht zuletzt auch, weil ja Tim Stierle am Ende ein Heimsieg gelang. Beim gemütlichen Get-Together der in Weiß gekleideten Mitglieder und Freunde im Anschluss an die Siegerehrung biss auch Wiedenhorn schon wieder genussvoll in ein Grillbrötchen.

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Von Thomas Volkmann

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  • Lokalmatador Tim Stierle gewinnt Tennis-A-Konkurrenz

    Tennis: Baden-württembergische Meisterschaften im Böblinger Zimmerschlag

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