Liebe, Schicksal und Barrikade

Leonberger Theatertruppe Bühne 16 spielt "Les Misérables" am Samstag zum letzten Mal

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    An der Barrikade wird nicht nur gekämpft: "Bühne 16 spiel "Les Misérables" Foto: Karin Mueller

Artikel vom 11. Februar 2018 - 17:12

LEONBERG (red). Seit vierzig Jahren bringen die Spielerinnen und Spieler der Bühne 16 aus Leonberg Stücke auf die Theaterbühne. Zum Jubiläum zeigt das Ensemble um Annalies Müller in diesen Tagen eine Bühnenfassung des Monumentalromans "Les Misérables" von Victor Hugo (1802-1885).

Gegründet wurde die Theatergruppe 1978 von Michael Maschke, einem Redakteur des SDR. Die zarten Anfänge in einer Wohnung mit der Hausnummer 16 gaben der Bühne 16 ihren Namen, der bis heute Bestand hat. Als Michael Maschke 1987 die Gruppe verließ, hatte Schauspieler und Regisseur Matthias Diem die Idee, Annalies Müller für ein Jahr nach Leonberg zu holen.

Aus einem Jahr wurden mittlerweile mehr als dreißig Jahre für die Stuttgarter Regisseurin, die für Regie und Leitung des Ensembles 2015 mit dem Ehrenamtspreis ausgezeichnet worden ist. Peter Höfer, der von Anfang an dabei ist, tritt immer wieder als Autor von Theaterstücken zur Stadtgeschichte Leonbergs in Erscheinung, für die er schon mit einem Kulturpreis ausgezeichnet worden ist.

Aber auch Schauspiele der großen Literatur gehören zum Repertoire der Bühne 16, wie Goethes "Faust" (1999). Shakespeares Werke "Der Sturm" (2003), "Was ihr wollt" (2011) und "Ein Sommernachtstraum" (2013) kamen ebenso zur Aufführung. Nicht zu vergessen die Bühnenwerke von Pavel Kohout, Anton Tschechow, Carlo Goldoni, Eduard Mörike, Heinrich Heine, Bertolt Brecht und nicht zuletzt "Stolz und Vorurteil" von Jane Austen, für das im letzten Jahr wegen der großen Kartennachfrage eine Zusatzveranstaltung arrangiert wurde.

In der Kritik meist übersehen wird die Arbeit der Kostümbildnerin Irene Honecker, die seit 1998 mit großer Begabung und Improvisationstalent für die optische Wirkung der Theatergruppe sorgt.

Im Laufe der Jahre haben einige Mitglieder der Gruppe aus dem Hobby einen künstlerischen Beruf gemacht, wie Nicole Bender, die als Sängerin, Schauspielerin und Chorleiterin seit 1988 mit tragenden Rollen zum festen Stamm gehört. In den letzten beiden Jahren haben Mitglieder der Bühne 16 zusammen mit der "Lebenshilfe Leonberg" ein Inklusionstheater ins Leben gerufen. Die Inszenierungen wurden vom Publikum mit großem Interesse wahrgenommen.

Eine der vielleicht größten Herausforderungen hat in diesem Jahr die Bühne 16 mit der Aufführung von "Les Misérables" auf sich genommen. Mit der Aufführung als reines Schauspiel ist die Bühne 16 nach eigenen Angaben deutschlandweit die zweite Bühne, die diese Herausforderung annimmt. Mit dreißig Darstellern will das Ensemble das große Werk und sein Anliegen mit Leben füllen und hofft, dass die Faszination auch auf das Publikum überspringt.

Nach der Aufführung am vergangenen Samstag gibt es am kommenden Samstag, 17. Februar, um 19.30 Uhr noch einmal die Gelegenheit, das Stück im Spitalhoftheater in Leonberg zu sehen. Karten für 15 Euro im Vorverkauf gibt es bei den KRZ-Ticket-Shops unter Telefon (0 70 31) 4 91 02 65 (Böblinger Mercaden) oder (0 70 31) 87 92 94 (Stern-Center Sindelfingen) sowie im i-Punkt im Leonberger Rathaus und in der Stadthalle. An der Abendkasse kostet der Eintritt 17 Euro.

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