Spuren der Schwäbischen Alb sind noch zu sehen

Marko Schacher zeigt ab heute in Stuttgart neue Werke von Mark Thompson - Der Engländer hat einige Zeit im Kreis Böblingen gelebt

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    Marko Schacher (links) und Mark Thompson / Foto: red

Artikel vom 14. September 2017 - 17:42

STUTTGART/KREIS BÖBLINGEN (krü/red). Der Name Mark Thompson dürfte manchen Kunstfreunden im Kreis Böblingen noch ein Begriff sein. Der Engländer hat 2009 und 2010 in Böblingen gewohnt, anschließend in Herrenberg. Er gehörte kurzzeitig zu den spannendsten Entdeckungen der lokalen Kunstszene, nachdem er 2010 in der Galerie Contact in Böblingen ausgestellt hatte.

"Dort habe ich erstmals seine Arbeiten gesehen", erzählt Marko Schacher, "sie haben mich sofort begeistert." Der Böblinger Kunsthistoriker war damals gerade im Begriff, sich als Galerist in Stuttgart selbstständig zu machen. Zu Beginn des Jahres 2011 eröffnete er schließlich seinen "Raum für Kunst" im Galerienhaus in der Breitscheidstraße 48. Und zu den allerersten Künstlern, die Schacher dort zeigte, gehörte eben Mark Thompson.

Und nun, sechseinhalb Jahre später, stellt Marko Schacher den Engländer erneut aus. Heute Abend um 19 Uhr wird die Präsentation eröffnet. Der 45-jährige Thompson lebt mittlerweile in Schweden und hat dort in den vergangenen zehn Monaten extra für die anstehende Ausstellung gearbeitet. "Es gibt zwölf neue, fantastische Gemälde von ihm zu sehen", jubelt Schacher, "sie alle sind extra für Stuttgart entstanden."

Die neue Präsentation namens "Platzverweis" ist die erste Ausstellung von Mark Thompson in Deutschland seit dreieinhalb Jahren. Der inzwischen recht erfolgreiche Brite repräsentiert eine eigenwillige Position der Veduten-Malerei, stellt also Landschaften oder Stadtbilder wirklichkeitsgetreu dar. Er zeigt menschenleere, aber stimmungsvolle Innenräume und Landschaften. "Das ist irgendwo zwischen Caspar David Friedrich und Horrorszenario anzusiedeln", findet Marko Schacher. Um Anregungen für seine kargen Landschaftsbilder zu finden, war Mark Thompson in seiner Böblinger Zeit oft auf der Schwäbischen Alb oder im Schwarzwald unterwegs. "Spuren davon finden sich in seinen Bildern immer noch wieder", meint Marko Schacher.

Eröffnungsrede hält Otto Pannewitz

Der Böblinger stellt in seiner Galerie gerne mindestens zwei Künstler einander gegenüber. Und so macht Marc Dittrich den Dialogpartner von Mark Thompson. Er zeigt raumgreifende Fotoskulpturen. Im Galerienhaus, das drei Galeristen vereint, gibt es heute Abend übrigens noch zwei weitere Vernissagen. Parallel zu Schacher zeigt sein erfahrener Kollege Horst Merkle neue Arbeiten von Danielle Zimmermann, die auch schon in der Städtischen Galerie in Böblingen präsent war. Außerdem kombiniert der Galerist Andreas Kerstan Gemälde von Katja Grandpierre mit Skulpturen von Andrea Schiffers. Eine Woche darauf nehmen alle drei Kunstorganisatoren am Galerienwochenende "Art Alarm" in Stuttgart teil.

Schacher und Thompson liefern heute Abend nicht die einzigen Bezüge zum Kreis Böblingen. Zum einen werden sich einige Interessierte aus Böblingen und Umgebung in die Landeshauptstadt fahren, zum anderen hält ein aus lokaler Sicht alter Bekannter die Eröffnungsrede: Otto Pannewitz, bis November 2016 knapp 30 Jahre lang Leiter der Galerie in Sindelfingen und der Stuttgarter Kunstszene eng verbunden. "Das ist erst seine zweite Rede, seit er in Rente ist", sagt Schacher, "darauf bin ich sehr stolz!"

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