Im Porträt: DJ Marcel Herok aus Holzgerlingen

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    Marcel Herok ist ein großer Electro-Musik-Fan. Vor drei Jahren sagte er sich: "Das kann ich auch!" Seitdem legt er als DJ selbst in Clubs und bei Partys auf / Foto: Thomas Bischof

Artikel vom 13. September 2017 - 18:18

HOLZGERLINGEN (jes). Mit dem Eurodance-Hit "I'm Blue" von Eiffel 65 hat Marcel Heroks Leidenschaft für Electro-Musik begonnen. Damals war er 13 Jahre alt. Vor drei Jahren hat der Holzgerlinger dann beschlossen: "Das kann ich auch!" und legt seitdem immer wieder selbst in Stuttgarter, Reutlinger und Ludwigsburger Clubs auf.

Schon jahrelang ist Marcel Herok ein begeisterter Clubgänger. Seine Musikrichtung: Hardstyle. "Das ist sozusagen schneller Electro", erklärt der 21-Jährige. Die Musik, die man von dem Electro-Festival "Tomorrowland" kenne. Und die Musik, die er mittlerweile selbst auflegt. "Ich will mich durch meinen Musikstil repräsentieren", meint Herok. "Ich bin ein sehr aufgedrehter, verrückter Mensch und Hardstyle verkörpert das in musikalischer Form." Die Begeisterung für seine Musik ist dem jungen DJ deutlich anzumerken: "Hardstyle ist elektrisierend, wenn die Bässe klingen vibriert der ganze Raum", beschreibt er mit leuchtenden Augen.

Eine Ansicht, die auch sein Freundeskreis teilt, denn der Hardstlye hat eine richtige Community um sich gescharrt. "Es gibt das Label Musicalmadness in Ludwigsburg", erzählt Herok. "Da hat sich eine richtige Clique drum herum gebildet, von denen man auf den Partys immer jemanden trifft." Aus diesem Grund könne der Musikliebhaber auch alleine in einen Club gehen und treffe immer jemanden, den er kenne. Immerhin geht Herok schon auf Hardstyle-Veranstaltungen, seit er alt genug dafür ist. "Früher haben mich immer Kumpels mitgenommen. Da hab ich noch diesen typischen Mutti-Erlaubnis-Zettel gebraucht", schmunzelt Herok.

Durch diese Clique ist er später auch auf die Idee gekommen, selbst sein Glück als DJ zu versuchen. "Ein paar gute Kumpels legen auf und so konnte ich mal hinter die Kulissen gucken", so Herok. Irgendwann habe er sich dann einen eigenen kleinen DJ-Controller gekauft und losgelegt. Na ja, ganz so schnell ging es dann doch nicht. "Man muss schon sehr viel üben", gibt der hauptberufliche KFZ-Mechatroniker zu. "Es dauert eine Weile, bis man die Musik richtig kennenlernt und den Aufbau der Lieder versteht." Das bedeute zum Beispiel, herauszufinden wo die Intros und Outros seien oder wo die Vocals einsetzen. "Man muss eben erst mal heraushören, wo man mischen kann", fasst Herok zusammen.

Wie das Mischen dann funktioniert, erklärt der DJ folgendermaßen: "Beim Grundprinzip des Mischens hat man zwei CD-Spieler. In einem läuft die CD, bei dem anderen ist sie pausiert." Irgendwann würde man das andere Lied dann starten und die Übergänge vermischen. Das sei aber nur die Basis des Mischens, denn ganz so einfach geht es nicht immer. "Da gibt es natürlich unterschiedliche Equipments, wie bei Handys auch", meint Herok.

Ein Problem, dessen Ausmaße er bei seinem ersten Auftritt am eigenen Leib spüren durfte. Damals fand im Club Zollamt in Stuttgart ein DJ-Contest statt, für den sich Marcel Herok beworben hatte und ausgewählt wurde. "Leider gab es da dann technische Probleme, weil ich zuhause immer am PC gemischt habe und die dort eine ganz andere Anlage hatten." Die Jury habe sich aber verständnisvoll gezeigt. "Einer meinte, dass es bei ihm beim ersten Mal auch nicht so geklappt hat, er meine Track-Auswahl aber gut fand", erinnert sich Herok.

Der Holzgerlinger ließ sich nicht unterkriegen und versuchte es im Jahr darauf gleich nochmal. Und bei seinem dritten Versuch hat es dann schließlich auch mit dem Sieg geklappt. "Das war ein sehr cooles Erlebnis", schwärmt Herok. Man erkenne bei den Leuten nämlich oft schon am Kleidungsstil, welche Musik sie hören. "Bei dem Contest kamen dann ein Haufen Menschen, die aussahen, als würden sie eigentlich andere Sachen hören und dann hat sich der Raum gefüllt und es haben trotzdem alle mitgefeiert." Für den 21-Jährigen Marcel Herok sei es das größte Kompliment, wenn Leute, die eigentlich etwas anderes hören, seine Musik trotzdem cool finden.

Nervös ist Marcel Herok aber dennoch nach wie vor bei seinen Auftritten: "Man hat immer Lampenfieber davor, aber das geht dann weg, sobald man merkt, dass die Leute mit abgehen." Das sei überhaupt sein Hauptantrieb dazu, DJ zu sein: "Es war von Anfang an mein Hintergedanke, mit den Leuten die Musik zu feiern und meine Liebe zur Musik zu zeigen."

Dass auch seine Freunde dieselbe Musik hören und mitfeiern können, hat aber auch noch andere Vorteile, denn so erhält er danach immer gleich Feedback. "Klar kann nicht immer jedem alles gefallen", sagt Herok schulterzuckend. "Manche Leute finden eben Classics besser und andere mögen es schneller." Aus diesem Grund seien die Clubs auch immer so aufgebaut, dass vier oder fünf Leute an einem Abend auflegen. "Mit Classics wird dann begonnen und es steigert sich dann hoch", erklärt Herok.

Obwohl er selbst den schnelleren Stil bevorzuge, solle man sich aber nicht über Musikrichtungen streiten. "Als DJ kriegt man so ein Empfinden für die Musik", ist Herok begeistert. "Ich finde, Musik ist immer eine Kunstform und deshalb gibt es eigentlich keine schlechte Musik." Als DJ werde das musikalische Gehör also ganz schön geschult. Auch welcher DJ was produziert hat, höre man mit der Zeit heraus. "Das ist ganz lustig, weil ich eigentlich immer furchtbar in Musik war und auch nie Noten lesen konnte", lacht Herok. Als DJ muss man das ja zum Glück auch nicht.

Zum Beruf möchte Marcel Herok seine Leidenschaft aber nicht machen. "Damit Geld verdienen, bedeutet Druck und davor scheue ich mich ein bisschen", gibt der Hardstyler zu. Ein paar DJ-Träume hat er aber doch: "Bei einem richtig großen Festival wie der Beatparade in Empfingen auflegen, wäre schon ziemlich cool." Dazu müsse man sich aber erst einmal einen Namen machen.

Außerdem hat er neben dem Auflegen auch noch andere Hobbys. So ist er zum Beispiel seit zwölf Jahren begeisterter Kartfahrer. "Ich hab schon als kleiner Stöpsel Formel 1 angeschaut", schmunzelt Herok. "Motorsport hat mich einfach schon immer begeistert. Deshalb bin ich auch KFZ-Mechatroniker geworden." Für das Kartfahren geht auch ganz schön viel Zeit drauf, denn an den Wochenenden finden oft Rennen statt. "Aber die Clubsaison ist ja sowieso eher im Winter", meint Herok.