Spannender Trip mit dickem Minus

Böblinger AEG-Bigband auf Konzertreise in China - Auftritt beim Sommer am See am Donnerstag

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    Besondere Erfahrung: Die AEGler beim Konzert an der Universität in Peking Foto: red

Artikel vom 19. Juni 2017 - 18:06

BÖBLINGEN (red). Nach gründlicher Vorbereitung und zwei gelungenen Jahreskonzerten ging die Bigband des Albert-Einstein-Gymnasiums (AEG) Ende Mai auf große Konzertreise nach China. Möglich gemacht hatten das die intensive Kontaktpflege zu den deutschen Schulen in Peking und Shanghai und dem Goethe-Institut sowie einige neue Kontakte, die sich bei der Weltmeisterschaft im Debattieren 2016 in Stuttgart ergeben hatten. Bereits der neunstündige Flug mit der großen A380 nach Peking war für viele Mitreisende ein besonderes Erlebnis.

Morgens angekommen, wurde zunächst die Unterkunft bezogen - einfach ausgestattet, aber sehr zentral gelegen, in unmittelbarer Nachbarschaft zum Platz des Himmlischen Friedens. So waren die wichtigen Sehenswürdigkeiten Pekings gut zu Fuß erreichbar. Die AEGler erkundeten trotz Jetlag sofort die nähere Umgebung. Dabei waren zum einen die schmalen Gassen mit den unzähligen Essensangeboten, zum anderen die großen Dimensionen der Plätze und Gebäude faszinierend.

Als gewöhnungsbedürftig erwies sich auch das enorme Verkehrsaufkommen - durch Autos, die kaum hörbaren elektrischen Zweiräder oder die massenhaft benutzten Fahrräder. Dabei gestaltete sich vor allem der Umgang mit Leihfahrrädern als neuer "AEG-Musikersport". Bei jeder Gelegenheit, bei der man nicht die Metro benutzen wollte, wurde einfach Ausschau nach einem freien Fahrrad gehalten, um damit zum Ziel zu kommen - Irrfahrten zur Nachtzeit ohne Licht und Helm, wenn keine Metro mehr fuhr, eingeschlossen.

Genügend Zeit für die wichtigsten Sehenswürdigkeiten (Verbotene Stadt, Himmelstempel, Olympic Green und nicht zu vergessen die Große Mauer) wurde selbstverständlich eingeplant, ebenso der legendäre Besuch eines "Fake-Markets" mit Markenimitaten.

Chinesische Studenten reagieren anders als europäisches Publikum

Neben den erfolgreichen Konzerten an der International School of Beijing und der deutschen Schule in Peking war vor allem das Konzert auf dem Universitätscampus ein "Highlight", weil es sich dabei um ein rein chinesisches Studenten-Publikum handelte, das völlig anders als das europäische Publikum auf die musikalischen Darbietungen reagierte. Nur durch Animation konnte man den erwarteten Beifall erzwingen, der schließlich vor Begeisterung nicht mehr enden wollte. Mit dem Nachtzug ging es dann vom eher konservativen und historischen Peking nach Shanghai, um die aufstrebende und modernste Stadt Chinas zu erobern. Die Unterkunft zentral am Bahnhof war der ideale Ort, die ganze Stadt und das pulsierende Leben in sich aufzusaugen.

Für die jungen Böblingerinnen und Böblinger bedeutete die dortige Uferstraße den ersten Höhepunkt: Sie fasziniert besonders am Abend durch die glanzvolle Lichtgestaltung der hohen Gebäude. Aber auch das Leben im Finanzviertel mit den modernen Hochhäusern oder der bezaubernde Yu Yan Garden zogen die AEG-Musikerschar in ihren Bann.

Musikalischer Höhepunkt dort war der Open-Air-Konzertauftritt an der deutschen Schule Shanghai Euro-Camp, der allen noch lange in Erinnerung bleiben wird. Nach der offiziellen Zeugnisübergabe für die Abiturienten in Anwesenheit des Generalkonsuls und unter Mitgestaltung der dortigen Schulband beschallte die AEG-Bigband auf ihre typisch lockere Art und Weise im Innenhof das Publikum bis Mitternacht.

Eine erneute Einladung der AEG-Bigband gleich für das nächste Jahr wurde sofort von der Rektorin der deutschen Schule zum Abschied ausgesprochen. Das kann aber wohl nicht umgesetzt werden, weil die Bigband für die eben erst erfolgte Reise noch Unkosten von über 10 000 Euro stemmen muss. "Und wie das finanziert werden soll, steht leider noch völlig in den Sternen", meint Bandleader und AEG-Lehrer Johannes Stephan.

Die AEG-Bigband spielt am kommenden Donnerstag, 22. Juni, traditionsgemäß zur Eröffnung der Kulturreihe "Sommer am See". Beginn ist um 19.30 Uhr in der Alten TÜV-Halle in Böblingen. Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten.

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