Schwäbisches Kabarett zum Mitsingen

Jörg Beirer begeisterte sein Publikum im Alten Amtsgericht

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    Jörg Beirer Foto: Helga Beck

Artikel vom 17. November 2016 - 17:06

BÖBLINGEN (red/edi). Den Musikkabarettisten Jörg Beirer verbindet eine langjährige Freundschaft mit den "Kultourmachern vom Alten Amtsgericht". Schon vor rund 15 Jahren ist er in dem kleinen Theatersaal auf dem Böblinger Schlossberg im Rahmen der Musiksession aufgetreten. Der Ammerbucher kam damals so gut an, dass er in den Folgejahren mehrfach als Solokünstler nach Böblingen kam - unter anderem bei der Langen Museumsnacht und beim Fischsuppenessen. Zudem gehörte er zeitweise zum Böblinger Kabarettensemble Streusalz, das er bei den Auftritten am Klavier begleitete.

Am Mittwoch war Beirer wieder einmal für einen schwäbischen Musikkabarettabend in Böblingen zu Gast. Der Besuch hatte sich offenbar unter seinen Fans herumgesprochen: Die Veranstaltung war schon Tage im Voraus ausverkauft. Kein Wunder, schließlich bekamen Beiers treue Anhänger hier genau das, was sie sich erwartet haben: Mundart-Humor mit teils deftigem Witz sowie jede Menge "Schwobaxang". So nennt Beier sein aktuelles Programm, in dem sich Wortbeiträge mit schwäbischen "Gassenhauern" abwechselten. Einer dieser Gassenhauer war zum Beispiel das schwäbische Volkslied "I wenn i Geld g'nug hätt (O dees wär schö!)". In einem anderen Stück, einem augenzwinkernden Liebeslied, besang er all die französischen Wörter, die es in den schwäbischen Sprachgebrauch geschafft haben, so wie "Trottwar", "Portmonee" oder "Fisematente'". Beier begleitete sich dazu am Klavier und an der Gitarre.

Mit seinen Liedern und hintergründig-humorvollen Erzählungen ergründete Beirer die Seele des Schwaben, der außer Hochdeutsch natürlich alles kann, auf Außenstehende gelegentlich aber auch sehr widersprüchlich wirken kann. Zum Beispiel, wenn er vermeintlich gegensätzliche Dinge sagt wie etwa "Mach amol langsam schneller!"

Seine Gäste bezog der Künstler aktiv mit ein: Die Interaktion zwischen ihm und den Zuschauern klappte sehr gut. Bei den Gesangseinlagen erwiesen sich seine Fans zudem als überraschend textsicher. Sogar als Jörg Beier bei der "Schwäbischen Eisenbahn" die Ortschaften erst in der richtigen und dann zur Abwechslung mal in umgekehrter Reihenfolge besang, blieb das Publikum in der Spur.

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