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"Alle Kinder dieser Welt sollen zur Schule können"

Burkhard und Nelli Wolf von der Eine-Welt-Gruppe Waldenbuch sind zurück aus Indien - mit guten Wünschen an die Friedenstaube

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    Burkhard Wolf umringt von Schulkindern in Valavanthan; das Schulprojekt in Südindien wird von der Einen-Welt-Gruppe Waldenbuch unterstützt, um Kindern eine Perspektive jenseits der Knochenarbeit im Steinbruch zu ermöglichen Foto: Nelli Wolf

Artikel vom 14. Februar 2018 - 19:42

Von Martin Müller

WALDENBUCH/VALAVANTHAN. Einen ganzen Monat lang war der Vorsitzende der Eine-Welt-Gruppe Waldenbuch auf Reisen in Indien. Gemeinsam mit seiner Frau Nelli hat Burkhard Wolf auch den Schulkindern von Valanvanthan in Südindien seine Aufwartung gemacht - jenem Projekt, das die Walden-bucher Gruppe unterstützt. Immer mit im Gepäck: die goldene Friedenstaube.

Mitte vergangenen Jahres hat die Eine-Welt-Gruppe Waldenbuch die "Goldene Friedenstaube" als Anerkennung für ihren 40 Jahre währenden ehrenamtlichen Einsatz bekommen. Es handelt sich um eine von weltweit 30 dieser Friedenstauben - wobei jede Taube für ein Menschenrecht steht. Entworfen wurde die Skulptur auf Anregung des verstorbenen Bundespräsidenten Roman Herzog vom Landshuter Künstler Richard Hillinger; seitdem geht sie weltweit an Menschen und Initiativen mit beispielhaftem Engagement (die KRZ berichtete).

Die Taube kommt überall gut an

Noch vor Reiseantritt war sich Burkhard Wolf freilich gar nicht so sicher, ob es eine gute Idee wäre, die Taube mitzunehmen. Die 1,5 Kilogramm schwere Bronzeskulptur hat er auch nie im Handgepäck mit sich geführt, damit sie nicht noch bei Sicherheitskontrollen beschlagnahmt wird. Am Ende war er aber ausgesprochen froh über die Reisebegleiterin. "Was mich am meisten beeindruckt hat, ist, wie sehr diese Friedenstaube die Menschen aufgeschlossen hat", berichtet er gegenüber der KRZ. "Jeder wollte sie gerne sehen, in die Hand nehmen, sich mit ihr fotografieren lassen und gute Wünsche an die Taube loswerden." Ob das nun der Brahmanenpriester war, das indische Hochzeitspaar - oder eben die Kinder der Schule: "Die Taube hat die Herzen aufgeschlossen."

In Valavanthan unterstützt die Walden-bucher Eine-Welt-Gruppe 70 Kinder aus den ärmsten Familien vom Volksstamm der Irulai, die zur Kaste der Unberührbaren zählen. Die Kinder dieser Familien sind zwischen drei und 14 Jahren alt und arbeiten zu einem Großteil in den Steinbrüchen ringsum. Dass sie nun zur Schule gehen statt im Steinbruch zu arbeiten wie ihre Eltern, ist ein Hauptanliegen der Waldenbucher. Finanziert werden Schuluniformen und Schulbücher für die Kinder; es gibt eine Hausaufgabenbetreuung am Nachmittag und eine monatliche ärztliche Betreuung. Außerdem erhalten die Eltern etwas Geld, damit sie ihre Kinder regelmäßig zur Schule schicken.

In einfachen Worten hat der indische Reisebegleiter des Ehepaars Wolf auch den Schulkindern erklären können, welche Bewandtnis es mit der Taube als Symbol der Menschenrechte hat. Und prompt haben die Kinder einen Wunsch an die Taube gerichtet: "Wir wünschen uns, dass alle Kinder dieser Welt zur Schule gehen können."

Und ein Mädchen auf dem Blumenmarkt in Bangalore meinte beim Blumenbinden: "Mein Wunsch an die goldene Taube ist, dass die Kinder dieser Welt nie mehr unerlaubte Arbeit leisten müssen."

Burkhard Wolf will demnächst in Waldenbuch einen Vortrag zu seiner Reise halten. Der genaue Termin wird noch mitgeteilt. Auf der Homepage der EineWelt-Gruppe stehen Informationen und Bilder. https://http://www.einewelt-gruppe-waldenbuch.de/projekte/schulprojekt-in-valavanthan/besuch-in-valavanthan-2018/
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