Anzeige

Falken-Hexen greifen Fasnetsbräuche auf

Museum der Alltagskultur im Schloss Waldenbuch erwirbt neue Masken für die Fasnachtssammlung

  • img
    Museumsleiter Markus Speidel, Maskenschnitzer Ergun Can und zwei Falken-Hexen Foto: red

Artikel vom 12. Februar 2018 - 18:24

WALDENBUCH (red). Im Januar 2018 hat die Fachabteilung Volkskunde des Landesmuseums Württemberg zwei Fasnachtsmasken des Maskenschnitzers Ergun Can erworben.

Can, der in Istanbul geboren und in Schramberg (Schwarzwald) aufgewachsen ist, hat die beiden sogenannten Falken-Hexen zusammen mit seinen Jugendfreunden erfunden. Die Masken zeigen die Wandlungsfähigkeit von Tradition und Brauchtum der schwäbisch-alemannischen Fastnacht auf. Damit ergänzen sie die bisherige Fasnachtssammlung des Landesmuseums Württemberg um die Perspektive der Prozesshaftigkeit von kulturellem Erbe.

Ab 1. März ist eine der beiden Neuerwerbungen im Museum der Alltagskultur, Schloss Waldenbuch, zu sehen. Die ältere der beiden Masken schnitzte Can bereits 1974 und trug sie lange Zeit bei der schwäbischen-alemannischen Fastnacht. Bereits als Jugendlicher lernte er das traditionelle Schnitzen von einem bekannten Maskenschnitzer aus Schramberg. Für Can ist das Schnitzen Passion und Hobby - entstanden aus der Liebe zur Technik und zum Material. Er sieht darin aber auch seinen Beitrag zur Integration als türkischstämmiger Bürger in Baden-Württemberg.

Die Masken verweisen einerseits auf den Wandel der Tradition, gleichzeitig unterscheiden sie sich optisch kaum von anderen Masken. Sie fügen sich vielmehr mühelos in das Bildrepertoire des südwestdeutschen Brauchtums ein und können auch als Zeichen der Anpassung gedeutet werden.

Die Fachabteilung Volkskunde des Landesmuseums sammelt sowohl materielles als auch immaterielles Kulturgut aus Baden-Württemberg. Neben den beiden Masken, die im Waldenbucher Museum ihren Platz finden, werden auch die Geschichten von Ergun Can und den Falken-Hexen in der zur Abteilung gehörenden Landesstelle für Volkskunde aufbereitet und erforscht.

Einige der von Can geschnitzten Masken wurden anlässlich der Großen Landesausstellung "Die Schwaben - Zwischen Mythos und Marke" 2016/2017 in der Kunstinstallation "Mein Schwäbisches Ich?" von Gabriela Oberkofler präsentiert. Im Begleitprogramm zu den "Schwaben" konnten die Ausstellungsbesucher im Februar 2017 Ergun Can live beim Maskenschnitzen im Alten Schloss in Stuttgart erleben.

Der Eintritt in das Waldenbucher Museum ist da ganze Jahr 2018 über frei.

Verwandte Artikel