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Nach Fahrplanwechsel: Rätselraten um Schulbusse

Keiner weiß zur Stunde, wer die drei Weiler Entlastungsbusse der RBS eigentlich bezahlt hat - Gesprächstermin Anfang Januar

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    So schön leer wie auf diesem Foto geht's im Schülerverkehr keineswegs zu: Immerhin verkehrt die Schönbuchbahn jetzt im Dreiergespann, um die Weilemer aufnehmen zu können. Auch der Umstieg in Holzgerlingen zum Schienenersatzverkehr nach Böblingen gestaltet sich problematisch. Foto: Bischof

Nach dem Fahrplanwechsel am vergangenen Sonntag kommt es im morgendlichen Schülerverkehr nach wie vor zu erheblichen Engpässen. Wie berichtet, sind gleich drei Schulbusse weggebrochen, die zwischen 6.45 und 6.50 Uhr vom Weiler Feuerwehrsee abfuhren: zwei über Neuweiler und Breitenstein nach Holzgerlingen zu den Schulen, einer direkt nach Böblingen. Und auf die Schnelle werden sich drei Extrabusse auch nicht auftreiben lassen - vor den Weihnachtsferien wird sich sowieso nichts an der unbefriedigenden Situation ändern.

Artikel vom 16. Dezember 2017 - 18:00

Von Martin Müller

WEIL IM SCHÖNBUCH. Im VVS-Fahrplan waren diese drei Zusatzbusse als Relikt der Linie 754 nicht vermerkt, sodass sie nun beim Betreiberwechsel von der RBS zur FMO schlechterdings nicht berücksichtigt werden konnten und unter den Tisch gefallen sind. Die Drähte zwischen dem Weiler Rathaus, den Schulen und dem Landratsamt mit der Behörde für öffentlichen Personennahverkehr laufen seither heiß.

Bürgermeister Wolfgang Lahl berichtet immerhin von einer "sehr guten Kommunikationsbasis". Gemeinsam mit Elternvertretern und Vertretern vom Zweckverband soll es gleich nach den Weihnachtsferien im Januar einen Termin im Landratsamt geben. Der Sprecher des Landratsamts, Dusan Minic, bedauert die Entwicklung: "Es ist uns klar, dass das keine einfache Situation für Eltern und Schüler ist. Wir müssen nach vorne schauen und sehen, wie wir das Problem in den Griff bekommen können."

Rätselraten herrscht indes in der Frage, wer denn die drei Entlastungsbusse bislang überhaupt bezahlt hat. "Keine Ahnung, wer die bezahlt hat", gibt Lahl auf Nachfrage der KRZ zu Protokoll: "Bei uns gibt es dazu keine Unterlagen im Haus." Die Busse fuhren auch schon seit unbestimmter Zeit - eine Vereinbarung mit der RBS als damaligem Anbieter muss jedenfalls noch vor Lahls Amtsantritt als Bürgermeister, also vor über 13 Jahren getroffen worden sein.

"Wir wussten nichts von den Bussen"

Auch im Landratsamt herrscht eine gewisse Ratlosigkeit: Pressesprecher Minic betont, dass der Landkreis diese Linien nicht bestellt und auch nicht bezahlt hat. "Wir wussten von diesen Bussen schlicht nichts."

Bei der RBS wiederum weilt mit Bereichsleiter Jens Dehnert jener Mann noch bis Montag im Urlaub, der wahrscheinlich am ehesten Licht ins Dunkel bringen könnte. Sein Stellvertreter Thomas Neugebauer ist sich jedenfalls in einem Punkt sicher: "Wir fahren nur gegen Bezahlung." Damit zerstreut er Illusionen, die RBS hätte die Zusatzleistung womöglich ganz umsonst aus schierer Menschenfreundlichkeit angeboten.

Neugebauer ist der Meinung, dass die Dienstleistung mit den drei Zusatzbussen bis ins Jahr 1996 zurückreichen dürfte. Damals wurde die Schönbuchbahn reaktiviert und von der Linie 754 zwischen Tübingen und Böblingen seien dann nur noch Busfahrten zum Daimler nach Sindelfingen und eben die ominösen Schülertransporte übriggeblieben.

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