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SV Rohrau wünscht sich Kunstrasen

Fußball-Abteilung schlägt Alarm: Desolater Zustand des Rasenplatzes ist "Wettbewerbsnachteil"

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    Der Zustand des Naturrasens lässt an vielen Stellen arg zu wünschen übrig, finden die Fußballer vom SV Rohrau. Foto: Simone Ruchay-Chiodi

Artikel vom 23. November 2017 - 18:12

Von Jan-Philipp Schlecht

ROHRAU. Die Furchen im Boden werden immer tiefer, Würmer haben die Erde befallen und die Grasnarbe löst sich bereits an vielen Stellen. Fußball-Abteilungsleiter Andreas Klemm malt am Dienstagabend im Ortschaftsrat ein düsteres Bild vom Zustand eines der zwei Fußballplätze des SV Rohrau. Das desolate Spielfeld bringe den Verein zunehmend in Handlungsnöte. "Durch die vielen Unebenheiten steigt das Verletzungsrisiko, mittlerweile ist der Platz ein echter Wettbewerbsnachteil", sagt er. Schon vor Monaten haben die Fußballer des Vereins eine Lösung für das Problem vorgelegt: Kunstrasen. Jetzt hat Klemm die Vorteile den Räten in Rohrau und Gärtringen noch mal im Detail vorgerechnet.

Klemm: "Dadurch würden wir uns die Kosten für das Mähen und die Bewässerung sparen." Und nicht nur das: Der Platz wäre auch in den Wintermonaten bespielbar, die Fußballer müssten nicht mehr auf Indoor-Flächen ausweichen und könnten freilich die Attraktivität von Spielfläche und Verein als Ganzes steigern. Außerdem entspricht der bestehende Platz nicht mehr den Maß-Vorgaben des Deutschen Fußballbundes, die Abstände neben und hinter den Aus-Linien sind offenbar viel zu gering. Darüber hinaus schlägt der Verein vor, ein bestehendes Beach-Volleyballfeld zwischen den beiden Plätzen in eine Multifunktionsfläche mit Tartan-Boden umzuwandeln, die jederzeit von der Öffentlichkeit genutzt werden darf.

Alles Ideen, denen weder in der Rohrauer Ratsrunde, noch im Technischen Ausschuss des Gärtringer Gemeinderats wirklich jemand widersprechen wollte. Mit einer informativen Präsentation hat Andreas Klemm, der hauptberuflich einen großen Automobilzulieferer mit Hauptsitz in Rutesheim führt, sie auch anschaulich gemacht. Im gleichen Atemzug hat Klemm ein Finanzierungskonzept vorgelegt. Um den 740 000 Euro teuren Bau des Kunstrasens zu finanzieren, bringt der Förderverein Fußballfreunde 360 000 Euro an Eigenkapital ein. Den zweiten großen Batzen soll die Gemeinde in Höhe von 250 000 Euro beisteuern, der Rest könnte über den Württembergischen Landessportbund (75 000 Euro), Eigenleistungen (25 000 Euro) und Sponsorengelder (30 000 Euro) zusammenkommen.

Er schlägt Rohrau respektive Gärtringen vor, dem Verein die beiden Plätze für einen symbolischen Euro zu überlassen. Künftig will der SVR den Unterhalt selbst übernehmen, wodurch sich die Gemeinde jährlich rund 50 000 Euro sparen würde. Insgesamt 30 000 Euro pro Jahr soll Gärtringen aber weiterhin für die Instandhaltung der Felder zuschießen. "Das würde sich im 13. Jahr bereits amortisieren", sagt Klemm. Sowohl der Ortschaftsrat, als auch der Technische Ausschuss stimmten einstimmig dafür, das Vorhaben von der Verwaltung überprüfen zu lassen als Entscheidungsgrundlage.

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