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Herrenberg bekommt Lehranstalt für Polizisten

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Artikel vom 14. November 2017 - 16:30

HERRENBERG. Das Schulungszentrum der IBM hatte das Land 2015 gekauft - ursprünglich ursprünglich mit der Absicht, an Ort und Stelle eine Landeserstaufnahmestelle für Flüchtlinge einzurichten. Doch inzwischen kommen viel weniger Flüchtlinge an und diese Einrichtung wird nicht mehr gebraucht.

Daher wurde über alternative Nutzungsmöglichkeiten nachgedacht. Gerüchte waren auch in der Vergangenheit immer wieder laut geworden, dass das Land daran denkt, vor Ort eine Polizeiausbildungsstätte einzurichten. Eine Vermutung, die nun am Dienstag durch den Landtagsabgeordneten Bernd Murschel (Grüne) bestätigt wurde: "Herrenberg wird definitiv Ausbildungsstandort", heißt es in einer Pressemitteilung, die Murschel am Nachmittag verschickt hat. "Ich bin froh, dass Innenminister Strobl nun endlich Klartext redet und den Standort ehemaliges IBM-Schulungsgebäude in Herrenberg definitiv langfristig nutzen will. Dieser Wunschstandort der Polizei hat alle notwendigen Voraussetzungen insbesondere durch seine zentrale Lage im Land und die gute Infrastruktur."

Auf Nachfrage der KRZ bestätigt die Pressestelle im Innenministerium, dass der Standort Herrenberg mit Sicherheit unter das Dach der Polizei kommen wird. Allerdings könne man zum gegenwärtigen Zeitpunkt, so Pressesprecher Renato Gigliotti, weder Genaueres über den Status und die Art der Herrenberger Bildungsstätte, noch über den Zeitpunkt der Aufnahme des Schulbetriebs oder die Anzahl der Schüler sagen.

Entscheidung zur genauen Nutzung fällt erst Ende des Jahres

Unter dem Dach der Polizeihochschule in Villingen/Schwennigen, erläutert Gigliotti, gebe es bislang drei Ausbildungsstandorte in Biberach, in Lahr und in Bruchsal. Hinzu komme die Fortbildungsstätte in der Wildermuth-Kaserne Böblingen.

Sicher gesagt werden könne zur Stunde nur, dass nun die Standorte Wertheim und Herrenberg neu dazukommen. Welche Bildungseinrichtungen und -zweige aber wo genau untergebracht werden, hänge aber zunächst ab von der Frage, ob der Campus in Villingen/Schwenningen "logistisch und infrastrukturell" gut genug ausgestattet sei, um dort auch künftig und dauerhaft alle Studenten unterzubringen. "Der zentrale Studienstandort der Landespolizei in Villingen-Schwenningen wird gestärkt. Wir prüfen in intensiven Gesprächen, ob die wachsende Studentenzahl am Standort der Kernhochschule selbst bewältigt werden kann", so Gigliotti. "Bis zum Jahresende", so der Pressesprecher, soll das Bildungskonzept stehen. Danach erst könne gesagt werden, wofür der Herrenberger Standort vorgesehen ist. Sowohl Dauer und Größe der notwendigen Umbaumaßnahmen, die Anzahl der zu schaffenden Bildungsplätze als auch der Zeitpunkt des Schulstarts hänge davon ab.

Für die Stadt Herrenberg ist die getroffene Grundsatzentscheidung keine große Neuigkeit. "Stadt und Ministerium sprechen sich laufend ab, es war allen Beteiligten klar, dass Herrenberg eine Bildungseinrichtung der Polizei bekommt", so Pressesprecherin Anne Reichel. "Die Stadt begrüßt dies, wir signalisieren dem Land jegliche Kooperationsbereitschaft."

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