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Einmal zum Mond und wieder zurück

Apollo 16-Astronaut Charlie Duke war zu Besuch im Aero Space Lab Herrenberg

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Vor 45 Jahren war der NASA-Astronaut Charlie Duke als einer der ersten Menschen auf dem Mond. Jetzt war er zu Besuch im Aero Space Lab in Herrenberg. Und wurde auch im Jahr 2017 nicht müde, von der wohl spannendsten Reise seines Lebens zu erzählen.

Artikel vom 14. November 2017 - 12:42

Von Chiara Sterk

HERRENBERG. Um 17.54 Uhr Ortszeit war die Apollo 16-Mission am 16. April 1972 vom Kennedy-Space-Center, dem Weltraumbahnhof der NASA auf Meritt Island in Florida, USA, zum Mond aufgebrochen. Mit an Bord der damals 36-jährige Charlie Duke aus Charlotte, North Carolina sowie sein Kollege Thomas Ken Mattingly und Kommandant John Young. Ganze zwei Jahre war die Mission vorbereitet worden, damit auch nichts schief gehen konnte. Insgesamt drei Tage hatten die Astronauten auf dem Mond verbracht, bevor es wieder auf den Heimflug ging, der mit einer Landung im pazifischen Ozean endete.

Das Aero Space Lab ist ein Jugendforschungszentrum, in dem Kinder ab dem Grundschulalter bis hin zu Studentinnen und Studenten gemeinsam Projekte rund um das Thema Luft- und Raumfahrttechnik erarbeiten.

In seinem Vortrag zeigte Duke Aufnahmen aus dem All und vom Mond und beschrieb Jung und Alt, wie es sich anfühlte, mehrere hunderttausend Kilometer von der Erde entfernt einen anderen Planeten zu besuchen. So war es beispielsweise in den drei Tagen, die die Crew auf dem Mond verbrachte, nie dunkel geworden. "Mit Vorhängen mussten wir auch die Schlitze abdichten, sonst wäre an Schlaf nicht zu denken gewesen", erzählte Duke. Denn vom Sonnenaufgang bis zu deren Untergang vergehen auf dem Mond ganze zwei Wochen.

Auch die Temperatur ist kaum vorstellbar: 180 Grad Plus sind es in der Sonne und 180 Grad Minus im Schatten. Ein Ausmaß an Temperaturdifferenz, das ein Mensch ohne Schutzanzug nicht überleben könnte. Oder aber dass, wer an sich herunterschaut, nicht die eigenen Füße erblicken kann, weil der Anzug und der Helm die Sicht versperren.

Und wer sich zu weit herunterbeugt, verliert schnell das Gleichgewicht: "Wenn man das Gleichgewicht verliert, fängt man sich mit Liegestützen ab und drückt sich quasi wieder hoch", erklärte Duke. Über eine Kamera in der Mondfähre und dem Mondfahrzeug stand die Crew aus Young, Mattingly und Duke permanent in Kontakt mit ihrem Team auf der Erde. So war es ein leichtes, die Experimente und Tests durchzuführen und zum Teil auch den Gegebenheiten anzupassen.

Eines dieser Experimente sollte an einem Stück Mondgestein durchgeführt werden. Doch dazu musste das Gestein vom Boden hochgeholt werden - gar nicht so einfach ohne das Gesetz der Schwerkraft. "Ich musste den Stein an meinem Fuß hochrollen", erinnerte sich Charlie Duke.

Und plauderte ebenso aus dem Nähkästchen. So ist sich der 82-Jährige sicher, zu wissen, wieso Neil Armstrong es war, der den ersten Schritt auf den Mond tat, nicht aber sein Kollege Edwin Aldrin: "Aldrin war wie ich hinter der Tür eingeklemmt. In der Mondfähre ist es nämlich recht eng."

Junge Forscher tüfteln am selbstfahrenden Marsfahrzeug

Derzeit laufen mehr als 15 Projekte im Jugendforschungszentrum, an denen jeweils Schülerinnen und Schüler der Klasse drei bis einschließlich zwölf mit Studentinnen und Studenten der Technischen Universität Stuttgart gemeinsam erarbeiten. Zum Beispiel wird gerade an einem selbstfahrenden Marsfahrzeug gebaut. "Unseren Marsrover Xenon entwickeln wir vom Kern auf selber: Neben der Programmierung beschäftigen wir uns mit Microcontrollern und verschiedener Konstruktionssoftware und deren Anwendung an der CNC-Fräse", erklärte Kevin Hendricks, der zuständige Betreuer und Student der Luft- und Raumfahrttechnik dem Astronauten Charlie Duke. Der war sichtlich beeindruckt: "Ich bin wirklich begeistert, wie viele sich bereits in jungen Jahren für den Weltraum und dessen Erforschung interessieren. Hätte ich meiner Mutter als Kind erzählt, dass ich vorhabe, zum Mond zu fliegen, hätte sie mich sicherlich zum Psychologen geschickt", erzählte Duke lachend.

Auf die Frage, ob er noch einmal ins All fliegen wolle, antwortete der 82-Jährige lachend: "Es gäbe nichts, das ich lieber tun würde."

Nur zwölf Menschen haben bisher den Mond betreten: Charlie Duke ist einer davon. 1972 war der Astronaut bei der Apollo-16-Mission mit an Bord und verbrachte drei Tage auf dem Mond. Mit 36 Jahren war Duke damals der jüngste Mensch im Weltall. Zu guter Letzt hat sich der 82-jährige Texaner noch ins Goldene Buch der Stadt Herrenberg eingetragen. Begeistert erzählte er Oberbürgermeister Thomas Sprißler von seiner abenteuerlichen Reise zum Mond, die sein Leben geprägt hat.

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