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Viele Uniformen platzen aus den Nähten

Weil im Schönbuch beschließt Neuanschaffungen für die gesamte 120 Mann und Frau starke Feuerwehr

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    Detail eines Ehrungsbildes: Dieses Brustbild von der Weiler Feuerwehr stammt aus dem Jahr 2014. Es dokumentiert, dass längst nicht alle Herren ihren Jacken und Hosen entwachsen sind - sie sitzen wie angegossen. Die mitunter 40 Jahre alte Garnitur wird gleichwohl ausgetauscht gegen eine neue Generation, die den landesweit aktualisierten Richtlinien entspricht Foto: KRZ/Archiv

Die Modelle dürfen mit Fug und Recht als altmodisch bezeichnet werden. Und so manches Leibstück ist seinem Besitzer im Lauf der Jahrzehnte zu klein geworden - vor allem in der Taille zwickt's und zwackt's hier und da. Doch damit ist nun Schluss: Es gibt neue Uniformen für die Feuerwehrleute von Weil, Breitenstein und Neuweiler.

Artikel vom 23. September 2017 - 06:00

Von Martin Müller

WEIL IM SCHÖNBUCH. Die Floriansjünger und -jüngerinnen der drei Abteilungen Weil im Schönbuch, Neuweiler und Breitenstein dürfen sich freuen: Es gibt für alle neue, einheitliche Feuerwehruniformen.

Stücker 120 der ebenso ansehnlichen wie repräsentativen Mehrteiler stehen auf der Einkaufsliste - 110 Uniformen für Männer und zehn für Frauen. Wobei eine Uniform aus Diensthemden respektive Blusen, Jacken, Hosen, Krawatten respektive Halstüchern, Gürteln, Schirmmützen und Dienstabzeichen besteht. Rund 40 000 Euro wird die Gemeinde dafür aufwenden - verteilt auf die beiden Haushaltsjahre 2017/1018.

Die Ersatzbeschaffung ist auch dringend notwendig. Lax formuliert, platzt so manches Jackett und manche Hose nämlich aus allen Nähten . . . Das liegt daran, dass die Weilemer, Neuweiler und Breitensteiner Feuerwehrrecken seit Jahrzehnten in denselben Klamotten stecken. "Manche Kameraden von der Altersabteilung tragen ihre Uniform seit 40 Jahren", sagt Bürgermeister Wolfgang Lahl. Auch das Design ist überaltert - es wurde vor 60 Jahren entwickelt.

Etliche Uniformen sind abgetragen, manche der Damen und Herren von der Wehr sind ihrem adretten Outfit rechtschaffen entwachsen: Nicht nur in der Länge, auch in der Breite gibt es hier und da Probleme, wie man hört. Und manche Kameraden stehen aus diesem missliebigem Grund inzwischen sogar ganz ohne Uniform regelrecht nackig da - sie müssen sich in Aushilfsklamotten zwängen. "Und unsere Jungen, die nachkommen, können wir auch nicht in die alten Klamotten stecken", sagt Feuerwehrkommandant Michael Angeli auf Nachfrage der KRZ - alldieweil brandneue Modelle der Oldtimer-Generation auf dem Markt gar nicht mehr zu haben sind. Sie wurden abgelöst durch einen landesweit einheitlichen Feuerwehrdress, dessen Aussehen und Eigenschaften von einer Arbeitsgruppe unter Einbeziehung aller im Feuerwehrwesen vorhandenen Gremien, Verbände und Träger entwickelt wurde.

Doch der Austausch und die Neuanschaffung einzelner Uniformen kommt auch nicht in Frage: "Wir wollen ja nicht rumlaufen wie ein bunter, scheckiger Haufen", kommentiert Kommandant Angeli.

Aus diesen Gründen hat sich die Gemeinde nun also dazu entschlossen, einen Komplettaustausch sämtlicher Uniformen vorzunehmen - und der Gemeinderat hat dazu am Dienstag einstimmig seinen Segen erteilt. Zur Festlegung der Konfektionsgrößen müssen sich die Kameraden nur einmal im Spritzenhaus einfinden - dann wird kollektiv Maß genommen.

Die alte Garnitur war im Übrigen ursprünglich sogar als Einsatz- und Übungsuniform gedacht. Inzwischen ist eine separate Einsatzbekleidung Standard, die europäischen Normen entspricht. Sodass die neue Uniform nun getrost den repräsentativeren Einsätzen der Floriansjünger vorbehalten werden darf. Auch wenn es mehrere Anbieter und Hersteller mit unterschiedlichen Stoffqualitäten gibt - im Prinzip wird das Weiler Outfit vorschriftsgemäß bis aufs i-Tüpfelchen demjenigen der anderen Floriansjünger in Baden-Württemberg gleichen.

Das neue Ärmelabzeichen vereint die Wappen der drei Ortsteile

Ein Bonbon und Alleinstellungsmerkmal gibt's noch obendrauf - alle Uniformen werden mit neuen Ärmelabzeichen versehen. Auf denen prangen dann erstmals nicht mehr einzelne, sondern die Wappen aller drei Ortsteile.

Das darf am Ende, um mit Bürgermeister Wolfgang Lahl zu sprechen, so interpretiert werden, dass sich die Weiler Feuerwehr "längst als eine Gesamtwehr" versteht - mit drei selbstbewussten Abteilungen.

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