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Demokratie als Herzensangelegenheit

Flüchtlingsklasse der Gottlieb-Daimler-Schule 1 in Sindelfingen zu Besuch beim Europaabgeordneten Rainer Wieland in Straßburg

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    Die Flüchtlingsklasse der GDS 1 mit dem Europaabgeordneten Rainer Wieland in Straßburg Foto: red

Artikel vom 10. November 2017 - 17:18

STRASSBURG/SINDELFINGEN (red). Eine Flüchtlingsklasse der Gottlieb-Daimler-Schule (GDS) 1 in Sindelfingen besuchte im Rahmen eines Demokratieprojektes den Europaabgeordneten Rainer Wieland (CDU) in Straßburg und führte mit ihm ein kurzes Interview.

Der Besuch des Europaparlaments in Straßburg mag für viele Schülerinnen und Schüler ein schulisches Pflichtprogramm darstellen, nicht so für die Jugendlichen der VAB-Klasse (VAB steht für Vorbereitung auf Arbeit und Beruf) der GDS 1. Seit Ende des letzten Schuljahres war für die Schüler klar, dass sie im Schuljahr 2017/18 gemeinsam ein großes Demokratieprojekt in Angriff nehmen werden mit finanzieller Unterstützung der Stadt Sindelfingen im Rahmen des Projektes "Demokratie leben", das vom Bundesministerium für Familie gefördert wird.

"Bereits zu Beginn des Projektes zeigt sich: Demokratie ist für diese Schülerinnen und Schüler eine Herzensangelegenheit, da der Großteil von ihnen auf Grund defizitärer demokratischer Strukturen und den damit verbundenen Folgen aus ihren Heimatländern fliehen musste", heißt es in einer Pressemitteilung der GDS 1. Das Thema Demokratie und Frieden, was beides genau bedeutet und wie sie in Deutschland und Europa gesichert werden, ist bedingt durch die eigene Biografie für die Jugendlichen nicht nur theoretischer Unterrichtsstoff, sondern essenziell. Die Freude der Schülerinnen und Schüler war daher sehr groß, als klar wurde, dass ein Abgeordneter des Europaparlaments, nämlich der Christdemokrat Rainer Wieland, die Klasse eingeladen hatte und ihr auch für ein Interview zur Verfügung stehen würde.

Der überwiegende Teil der Schüler wusste zu Beginn des Projektes sehr wenig über die Arbeit der europäischen Organe und ihre Zusammenarbeit mit den Nationalstaaten. Um Rainer Wieland interviewen zu können, musste das zunächst im Unterricht aufbereitet werden. Das war nicht immer alles einfach zu verstehen, wenn man erst zwischen einem und drei Jahren in Deutschland lebt. Dennoch gelang es den Schülerinnen und Schülern Fragen zu formulieren, die sie dem Europaabgeordneten stellen konnten. Das Demokratieprojekt soll den Schülern nicht nur näherbringen, wie Demokratie in Europa funktioniert und wie dort Demokratie gelebt wird, sondern auch welche Bedeutung dies für sie als Geflüchtete hat. Nach dem Motto "Auf den Spuren der Demokratie in Deutschland und Europa - Wo führt diese Spur zu mir?" stellten die Jugendlichen Rainer Wieland Fragen, die sie vor allem in ihrer derzeitigen Situation persönlich betreffen. Das Erstarken der AfD und ihre Einstellung zu Flüchtlingen, aber auch der immer restriktivere Umgang mit dem Familiennachzug sowie Abschiebungen nach Afghanistan und Somalia waren Themen, die die Jugendlichen ansprachen.

Suche von Spuren der Demokratie geht weiter

Nachdem die Klasse an einer Plenarsitzung im EU-Parlament teilgenommen hatte, nahm sich Rainer Wieland viel Zeit für die Schüler und beantwortete ihnen alle Fragen. Inhaltlich werden die Jugendlichen das Interview auswerten und darüber diskutieren. Zeit zum Ausruhen hatten sie danach allerdings nicht. Im Rahmen des Demokratieprojektes erhielten sie auch Besuch vom ehemaligen Bundestagsabgeordneten Clemens Binninger (CDU). Und sie begeben sich auf ihrer Demokratiespurensuche nach Berlin. Da Demokratie nicht nur das Nachvollziehen von demokratischen Strukturen bedeutet, werden die Schülerinnen und Schüler im kommenden Schuljahr Institutionen besuchen, in denen sie sich persönlich engagieren können, um mehr Toleranz und somit eine Stärkung der Demokratie zu schaffen.

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