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Keller und Gänge unter dem Marktplatz?

Mit Probe-Bohrungen gefeit vor Überraschungen bei der geplanten Umgestaltung der Weil der Städter Altstadt

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    . . . den Untergrund des Marktplatzes Fotos: red

Artikel vom 11. Oktober 2017 - 17:00

Von Matthias Weigert

WEIL DER STADT. Mit schwerem Baugerät geht es auf dem Marktplatz in den Untergrund. Parkplätze sind deshalb derzeit Mangelware. Doch was hat es mit den seltsamen Schlitzen und Löchern auf sich? "Das sind Schürfgruben." Lisa Kallenberger hat die Antwort. Die Projektleiterin vom Landschaftsarchitektur-Büro Michael Glück aus Stuttgart untersucht derzeit im Auftrag der Stadt nämlich die Tragfähigkeit des Marktplatzes: "Wenn der Marktplatz saniert wird, möchten wir nicht, dass wir auf unliebsame Überraschungen wie Keller, unterirdische Gänge oder historische Fundstücke stoßen, dann soll alles reibungslos ablaufen." So wurde im Vorfeld auch schon eine Luftbildanalyse von der Stadtverwaltung beauftragt, die den Marktplatz auf Bomben aus dem letzten Weltkrieg abgesucht hat. Dabei wurde nichts gefunden.

Voraussichtlich bis Donnerstagabend werden die Löcher von der ausführenden Firma Kindler wieder verfüllt. Dann könne laut Zeitplan auf dem Marktplatz auch wieder ungehindert geparkt werden.

"Wir wollen keinerlei Überrauschungen erleben, aber wir haben bisher auch keinerlei Anzeichen, das wir auf Unvorhergesehenes treffen. Alles andere wäre ein Überraschung, Aber sicher ist sicher, deshalb die Schürfgruben", weiß sich Bürgermeister Thilo Schreiber auf der sicheren Seite.

Die Stadt hat viel vor in dem vom Land geförderten Sanierungsgebiet "Marktplatz". Der Gemeinderat strebt einen autofreien Marktplatz an. Eine attraktivere Innenstadt, mehr Aufenthaltsqualität für die Bürger und Touristen, weniger Verkehr - das sind die Ziele des Verkehrskonzeptes, das vor gut einem Jahr in der Altstadt bereits umgesetzt wurde. Der Weil der Städter Marktplatz kann seit Juni 2016 wieder aus Richtung der oberen Stuttgarter Straße angefahren werden. Der Marktplatz und die westliche Stuttgarter Straße (ab Einmündung Hermann-Schnaufer-Straße) wurden zum verkehrsberuhigten Bereich erklärt. Der wird von Fußgängern und Fahrzeugen gleichermaßen genutzt. Es gilt Schrittgeschwindigkeit. Nach über zwölf Monaten Probephase zieht Schreiber eine positive Bilanz.

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