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Hesse-Bahn: Vermittlung mit Naturschutz erfolgreich

Vermittlungsprozess verständigt sich auf Kammerlösung und Prüfung

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    Beim Ausbau der Hesse-Bahn sind einige Hindernisse aus dem Weg zu räumen / Foto: Thomas Bischof

Artikel vom 22. Juli 2017 - 12:00

WEIL DER STADT/STUTTGART (red). Hinsichtlich der Realisierung der Hermann-Hesse-Bahn im Nordschwarzwald gibt es Bewegung. Der Vermittlungsprozess von Verkehrsminister Winfried Hermann hat maßgeblich dazu beigetragen, dass der Landkreis Calw und die Naturschutzverbände in den vergangenen Monaten konstruktive Gespräche geführt haben. Nun ist eine mögliche Lösung in Sicht, wie der Betrieb der Schienenverbindung realisiert und gleichzeitig die Fledermausvorkommen im Hirsauer und Forster Tunnel geschützt werden können.

Dies ist das Ergebnis des Abschlussgespräches des Vermittlungsprozesses am Freitag in Stuttgart, bei dem das Projektteam die Zwischenergebnisse aus den Arbeitsgruppen vorstellte. Der Minister sagte: "Die Wiederinbetriebnahme der Hermann-Hesse-Bahn ist mir persönlich sehr wichtig, um den Raum Calw mit dem umwelt- und klimafreundlichen Schienenverkehr an den Raum Stuttgart anzubinden. Dabei müssen allerdings auch die wichtigen Fragen des Natur- und Artenschutzes beachtet werden."

In mehreren Arbeitsgruppen haben Vertreter des Landkreises Calw und der Naturschutzverbände mit Unterstützung von Fachleuten hierzu verschiedene Ansätze diskutiert. Der gemeinsame Vorschlag ist eine "Fledermauskammer", bei der ein Teil der Tunnel für die Fledermäuse abgetrennt wird. Die so geschützten Bereiche sind für den Betrieb der Hermann-Hesse-Bahn nicht erforderlich und könnten den Fledermäusen weiterhin als Lebensraum dienen. Eine Expertengruppe von Landkreis und Naturschützern erarbeitet derzeit eine Machbarkeitsstudie. Mit dieser soll herausgefunden werden, ob das angedachte "Kammer-Trenn-System" wirklich Bahnverkehr und Fledermausschutz zusammenbringen kann.

Es gilt, die Vielzahl der unterschiedlichen Anforderungen im Hinblick auf den Bahnbetrieb und die Lebensraumansprüche der zahlreichen Fledermausarten in Einklang zu bringen - eine sehr komplexe, aber keinesfalls unlösbare Aufgabe.

Minister Hermann zeigte sich beim Abschlussgespräch erfreut, dass er das festgefahrene Projekt wieder in Bewegung bringen konnte. NABU-Landesvorsitzender Johannes Enssle zeigt sich dankbar gegenüber dem Verkehrsminister für dessen Einsatz. Der Calwer Landrat Helmut Riegger lobte die konstruktive Gesprächsatmosphäre des seit März dieses Jahres andauernden Vermittlungsprozesses. Auch die Arbeitsgruppen auf Fachebene mit Vertretern des Verkehrsministeriums, der Naturschutzverbände und des Landkreises seien von einer lösungsorientierten Haltung geprägt gewesen.

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