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Gaby Maier hat sich auf Hirsche spezialisiert

Aidlinger Malerin ist fasziniert vom Stolz und der Kraft der Tiere

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    Kräftige Töne für kraftvolle Tiere: Gaby Maier gönnt ihrem Lieblingsmotiv jeden Farbton KRZ-Fotos: Thomas Bischof

"Malen ist wie Yoga für die Seele", sagt Gaby Maier. Als Kind fing sie damit an - und legte den Pinsel seitdem kaum mehr aus der Hand. Vor drei Jahren hat die Aidlingerin begonnen, sich auf die Darstellung von Hirschen zu spezialisieren. Und damit "genau ihr Ding" gefunden.

Artikel vom 08. Januar 2016 - 23:00

Von Jenny Spitzer

Sie findet man in Gaby Maiers Atelier überall: Bemalte Hirschgeweihe, Hirsche als Dekoration, Hirschtassen. Und vor allem auf Leinwänden blicken von allen Seiten stolze Hirsche auf den Betrachter herab. "Es ist ein Experiment, ein Motiv verschieden in Szene zu setzen", erläutert Maier.

Hierbei komme es vor allem auf die unterschiedliche Hintergrundtechnik an. Als Basis verwendet sie meist Acrylfarbe. Doch die Bilder enthalten auch Elemente von Blattgold, Schablonen, Pastellkreide, Quartz oder Textilien. "Mit Material habe ich schon immer gerne herumexperimentiert", erzählt die Aidlingerin. So bestehen zum Beispiel einige Skulpturen aus ihrer vorhirschlichen Zeit aus Mullbaumrinde. Inspiration für solche Einfälle erfährt die gebürtige Calwerin auch bei ihrer Arbeit auf der Messe. Jedoch stößt diese Inspiration nicht immer auf Gegenliebe: "Eine Frau hat mir mal fast die Stoffe aus der Hand gerissen, als sie erfuhr, was ich damit vorhabe."

Zu den weiblichen Pendants, den Hirschkühen (im Volksmund oft fälschlicherweise "Rehe" benannt), hat die 45-Jährige keinen größeren Bezug. Maiers Fokus liegt auf dem Stolz und der Kraft, die ein Hirsch durch sein Geweih und seine Ausstrahlung verkörpert. Diese Faszination stammt noch aus ihrer Kindheit. Auf vielen Ausritten in den Wald sei sie häufig Wildtieren begegnet. "Sie haben etwas Majestätisches", erklärt Maier. Persönliche Geschichten habe sie mit Hirschen aber keine erlebt. Außer mit einem ausgestopften Hirschkopf, den sie vor einiger Zeit bei Freunden erspäht hatte. "Ich durfte ihn leider nicht behalten, also habe ich ihn gemalt", lacht Maier. Das Bild trägt den Titel "Gabriel".

Der Markt für Hirsche wird derzeit immer größer. "Man sieht immer wieder Hirsche als Dekorationen oder Accessoires", weiß Maier. Dadurch erfahren auch ihre Bilder immer mehr Zuspruch und Begeisterung. "Es gibt allerdings einen Nachteil: Ich kriege immer von allen Leuten Hirschdekorationen geschenkt", seufzt sie.

Dabei sei betont: Trotz dieser Leidenschaft für die Tiere ist Gaby Maier keine Gegnerin der Jagd. "Es ist notwendig, auch im Bezug auf die Wildschweinplage", erklärt die Aidlingerin. Auch mit Trophäen hat sie kein Problem. Im Gegenteil: "Bevor die Geweihe weggeworfen werden und keinen Nutzen mehr haben, bemale ich sie!"

An Weihnachten gab es Rehragout statt Hirschgulasch

Maiers künstlerische Fähigkeiten gehen dabei weit über die "Hirsch-Art" hinaus. Von Skulpturen bis hin zu abstrakten Gemälden probierte sie sich schon aus. "Ich war schon immer eine absolute Autodidaktin", betont sie. Daher sei es ihr auch immer wichtig gewesen, Einblicke von anderen Künstlern zu erhalten. Unterricht hatte sie unter anderem bei Dozenten wie Mark Krause, Karl-Heinz Bogner, Martin Thomas und Peter Feichter an der Freien Kunstakademie in Gerlingen.

Hirschbraten gab es übrigens keinen zu Weihnachten. "Dafür aber Rehragout!", lacht Gabi Maier. Für das nächste Jahr will sie sich in Sachen Ausstellungen erstmal etwas zurücknehmen. Bisher ist klar, dass die Aidlingerin vom 14. bis 17. Januar auf der ARTe-Messe in Sindelfingen vertreten sein wird. Außerdem kann man ihre Arbeiten noch bis Juni 2016 im Golfhotel Grand Tirolia in Kitzbühel bewundern.

Ob sie ihren Hirschen auch künftig treu bleibt? "Ich weiß es nicht. Vielleicht versuche ich es auch mal mit Wildschweinen", lacht Gaby Maier, die übrigens mit beiden Beinen im Berufsleben steht und schon seit 20 Jahren Projektleiterin bei der Messe Stuttgart ist.